Neue Perspektiven durch "BE Welcome" - Bertelsmann SE & Co. KGaA

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Gütersloh, 15.05.2017

Neue Perspektiven durch "BE Welcome"

Für die Teilnehmer der ersten Projektrunde hat "BE Welcome" neue Perspektiven für den deutschen Arbeitsmarkt geschaffen.

Themenbereich: Gesellschaft
Land: Deutschland
Kategorie: Projekt

Es ist ein milder Frühlingstag in Gütersloh. In Mohns Park spielt eine Gruppe junger Männer und Frauen Volleyball. Sie reden viel, lachen, genießen das Leben. Was so normal klingt, war für sie eine Zeit lang alles andere als selbstverständlich. Denn sie sind vor Krieg und Zerstörung aus ihren Heimatländern geflohen und wollen in Deutschland einen Neuanfang wagen. Bertelsmann hilft ihnen dabei. Gemeinsame Freizeitaktivitäten, wie Volleyball, Tischtennis oder Wikinger-Schach sind nur ein paar der vielen Angebote von "BE Welcome". Mit dem Projekt am Standort Gütersloh möchte das Unternehmen jungen Flüchtlingen bei ihrem Einstieg in den regionalen Arbeitsmarkt helfen. 2016 hatte die Abteilung Zentrale Bildung in Kooperation mit dem Jobcenter des Kreises Gütersloh "BE Welcome"  zum ersten Mal umgesetzt. Aufgrund der positiven Rückmeldungen aller Beteiligten sowie der konkreten Vermittlungserfolge entschieden sich die Mitarbeiter für eine Neuauflage in diesem Jahr.

"Als sozial engagiertes Unternehmen übernimmt Bertelsmann mit ‚BE Welcome' Verantwortung für Flüchtlinge, um sie beim Eintritt in den deutschen Arbeitsmarkt nachhaltig zu unterstützen", sagt Immanuel Hermreck, Personalvorstand bei Bertelsmann. "Eine berufliche Perspektive trägt entscheidend zur erfolgreichen Integration bei.

15 Teilnehmer aus Syrien und dem Irak

Nach elf Teilnehmern im Vorjahr, sind nun elf Männer und vier Frauen im Alter zwischen 19 und 26 Jahren bei "BE Welcome" an Bord. 13 von ihnen stammen aus Syrien, zwei aus dem Irak. Seit ein bis zwei Jahren leben sie inzwischen in Deutschland, haben unterschiedliche soziale Hintergründe. "Wir freuen uns darüber, dass wir das Projekt nicht nur fortsetzen können, sondern für 2017 mehr Teilnehmer gewonnen haben. Dank des vielfältigen Programms hoffen wir, sie so gut wie möglich auf den Einstieg ins Berufsleben vorzubereiten", sagt Anna Terletzki, Sozialpädagogin und Leiterin des Projekts bei Bertelsmann.

Innerhalb eines Jahres sollen die Flüchtlinge durch "BE Welcome" die wichtigsten Voraussetzungen erwerben, um im dualen Ausbildungssystem Deutschlands eine berufliche Perspektive zu bekommen. An erster Stelle steht dabei das Erlernen der deutschen Sprache. Die Teilnehmer erhalten über den gesamten Zeitraum hinweg ein intensives Sprachtraining; in den ersten vier Monaten täglich, danach im wöchentlichen Rhythmus. Nicht minder wichtig ist eine enge sozialpädagogische Begleitung durch das Projektteam, das zu diesem Zweck erneut von dem Sozialpädagogen Andreas Majewski verstärkt wird.

Vielfältige Unterstützung im Alltag

Darüber hinaus unterstützt das "BE Welcome"-Team die Teilnehmer bei der Bewältigung zahlreicher Alltagssituationen, seien es Behördengänge, offizieller Schriftverkehr oder die Suche nach einer Wohnung. Im Rahmen von Schulungen werden umfassende Informationen über das Ausbildungs- und Hochschulsystem in Deutschland vermittelt. Bei Betriebsbesichtigungen können sie Eindrücke vom Arbeitsalltag in deutschen Unternehmen sammeln. Weitere Einblicke sollen die Besuche im Berufsinformationszentrum der Arbeitsagentur ermöglichen. Nicht zuletzt spielen gemeinsame Freizeitaktivitäten eine wichtige Rolle – wie zum Beispiel Volleyball.

Sobald erste Grundlagen geschaffen sind, folgt der Schritt in die Praxis. Im Rahmen von sechswöchigen Orientierungspraktika bei Bertelsmann-Firmen und anderen Unternehmen im Kreis Gütersloh sammeln die Teilnehmer berufliche Erfahrungen. Im Idealfall folgt auf ein Praktikum die Einstiegsqualifizierung, bei der sie das erste Lehrjahr "auf Probe" durchlaufen und parallel zur Arbeit im Betrieb die Berufsschule besuchen. Sollten beide Seiten – Bewerber und Betrieb – voneinander überzeugt sein, kann die eigentliche Ausbildung mit einem Arbeitsvertrag beginnen. Besonders Begabte können gegebenenfalls auch direkt ins zweite Lehrjahr einsteigen.

Neue Perspektiven für jeden

Für die Flüchtlinge aus der ersten "BE Welcome"-Gruppe hat sich die Teilnahme gelohnt. Jeder steht vor einer neuen Perspektive. Einer von ihnen ist beispielsweise mit einer Einstiegsqualifizierung im Druckbereich bei Mohn Media gestartet, ein zweiter will sie in diesem Sommer antreten. Zwei andere absolvieren eine Einstiegsqualifizierung zum Kfz-Mechatroniker beziehungsweise zum Elektroniker. Eine staatlich geförderte Ausbildung, im Einzelhandel und in der Lagerlogistik, haben zwei Teilnehmer gefunden. Ein junger Mann lässt sich im Rahmen einer schulischen Ausbildung zum IT-Fachassistenten, eine junge Frau zur Erzieherin ausbilden. Ein Teilnehmer studiert schon seit Oktober Deutsch als Fremdsprache, ein anderer hat sich für ein Orientierungsstudium entschieden, um im kommenden Wintersemester "International Business" zu studieren.

"Die erste Auflage des Projektes hat unsere Erwartungen übertroffen", so das BE Welcome-Team. "Am meisten haben uns der große Gruppenzusammenhalt und die hohe Motivation beeindruckt. Es freut uns, dass wir dazu beitragen konnten, den Teilnehmern neue Perspektiven zu eröffnen – natürlich soll uns das auch in diesem Jahr bei der zweiten Gruppe so gut wie möglich gelingen."