Musik gegen Antisemitismus und Hass - Bertelsmann SE & Co. KGaA

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BMG | Berlin, 15.06.2018

Musik gegen Antisemitismus und Hass

Von links: Mihail Groys (Projektkoordinator bei BMG), Ama Walton (General Counsel BMG), der Holocaust-Überlebende Ben Lesser und Emanuel Rotstein (Regisseur der TV-Doku „Die Befreier")

Themenbereich: Gesellschaft
Land: Deutschland
Kategorie: Projekt

Er hat den Holocaust überlebt, und er hat sein Leben seitdem dem Kampf gegen Antisemitismus und Hass gewidmet: Der 89-jährige Ben Lesser war am Dienstag zu Gast in Berlin, um Schulkindern und Vertretern der jüdischen Gemeinschaft von seiner Zeit als Häftling in mehreren Konzentrationslagern zu berichten. Die Veranstaltung war der Beginn einer Kampagne aus der Musikindustrie gegen Antisemitismus an Schulen, die BMG vor knapp acht Wochen angekündigt hatte.

Im Berliner „Zoo Palast Kino“ hat der 89-jährige Holocaust-Überlebende Ben Lesser am Dienstag Berliner Schülern sowie Vertretern der jüdischen Gemeinschaft von seiner Zeit als Häftling in mehreren Konzentrationslagern berichtet. Die Veranstaltung stellte den Auftakt für eine von BMG neu ins Leben gerufene Initiative gegen Antisemitismus an Schulen dar. Den Mittelpunkt dieser Kampagne sollen Projekte mit Musikbezug darstellen.

Ben Lesser hat sein Leben dem Kampf gegen Antisemitismus und Hass gewidmet. Er berichtete dem sichtlich bewegten Publikum von seinen Erfahrungen in den Konzentrationslagern, den Alpträumen, die ihn noch immer plagen, und machte darauf aufmerksam, dass er und seine Schwester die einzigen Holocaust-Überlebenden einer siebenköpfigen Familie waren.

Im Kinosaal wurde zudem die bewegende TV-Dokumentation „Die Befreier“ gezeigt, die Regisseur Emanuel Rotstein für den Sender History produziert hat. Am Ende der Veranstaltung bat Lesser alle Anwesenden darum, sich an den Händen zu fassen und mit ihm gemeinsam dreimal laut und deutlich „Nie wieder“ zu rufen.

„Der Hass muss aufhören“

„Hänseleien und Mobbing müssen aufhören“, sagte Ben Lesser. „Wenn ihr könnt, helft anderen, steht nicht einfach nur daneben. Wenn ihr seht, dass in eurer Schule jemand gemobbt oder ausgegrenzt wird, geht nicht einfach weiter. Wenn jemand etwas Unrechtes tut, tretet für ihn ein. Wir dürfen nicht hassen. Der Hass muss aufhören.“

Ama Walton, General Counsel BMG, erklärte: „Musik schafft es, junge Menschen in ihrer eigenen Sprache anzusprechen. Sie spielt deshalb im Kampf gegen hasserfüllte Einstellungen eine unerlässliche Rolle und soll dementsprechend ein zentrales Element der neuen Initiative sein.“

Lala Süsskind, Vorsitzende des Jüdischen Forums für Demokratie und gegen Antisemitismus und ehemalige Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, fügte hinzu: „Das war eine sehr bedeutsame Veranstaltung. Zu sehen, welche Wirkung Herrn Lessers Worte auf die Schulkinder hatten, war wirklich unglaublich. Ich begrüße alle Bemühungen, die dazu führen sollen, dass Jugendliche sich gegen Antisemitismus einsetzen. Die Idee, aus der Musikbranche heraus eine Kampagne umzusetzen, die junge Menschen in der Sprache anspricht, die sie verstehen, finde ich absolut lobenswert.”

Und Florian Seltmann, Lehrer am Carl-Friedrich-von-Siemens-Gymnasium in Berlin, sagte: „Musik erreicht Schülerinnen und Schüler in ihrer Lebenswelt ganz anders, als wir Lehrer es können. Es ist dabei wichtig, dass auch große Firmen hinter so einem Projekt stehen und für Offenheit und Toleranz werben.“

100.000 Euro als Anschubfinanzierung

Die Veranstaltung war der Beginn einer Kampagne aus der Musikindustrie gegen Antisemitismus an Schulen, die BMG vor knapp acht Wochen im Zusammenhang mit der Beendigung der Zusammenarbeit mit den Rappern Kollegah und Farid Bang angekündigt hatte. Für den Anschub der Initiative stellt BMG 100.000 Euro zur Verfügung und hat eigens dafür einen Projektkoordinator in Vollzeit eingestellt. Weitere Details sollen in Kürze veröffentlicht werden.

„Die positiven Reaktionen zum Beginn der Kampagne ermutigen uns“, so Ama Walton. „Die Initiative wird sich aus verschiedenen Elementen zusammensetzen und soll so ein wichtiges Zeichen gegen Antisemitismus und Hass setzen.“

Ben Lesser wurde 1928 in Krakau, heute Kraków, Polen, als Sohn jüdischer Eltern geboren. Nachdem er in zahlreichen Konzentrationslagern inhaftiert war, darunter Auschwitz und Buchenwald, wurde er schließlich 1945 aus dem KZ Dachau befreit. Er und seine ältere Schwester Lola überlebten als einzige Mitglieder der siebenköpfigen Familie den Holocaust. Ben Lesser ist Gründer der Zachor Holocaust Remembrance Foundation und Autor des Buches „Living a Life That Matters: From Nazi Nightmare to American Dream“.