Mitarbeiternetzwerk „be.queer“ gegründet - Bertelsmann SE & Co. KGaA

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Gütersloh, 17.05.2017

Mitarbeiternetzwerk „be.queer“ gegründet

Themenbereich: Mitarbeiter
Land: Deutschland
Kategorie: Projekt

Auf Einladung von Bertelsmann-Personalvorstand Immanuel Hermreck haben sich in der vergangenen Woche Vertreter des neu gegründeten Mitarbeiternetzwerks "be.queer" im Corporate Center in Gütersloh getroffen. "be.queer" ist das erste bereichsübergreifende Mitarbeiternetzwerk bei Bertelsmann, das explizit ein offenes Arbeitsumfeld für alle Mitarbeiter fördern will – unabhängig von ihrer sexuellen Identität und Orientierung. Immanuel Hermreck begrüßte die Netzwerkgründung: "Ich freue mich, dass diese Initiative aus dem Unternehmen kommt und unterstütze sie gerne".

Das Wort "queer" – aus dem der Name des Netzwerks abgeleitet wurde – stammt aus dem Englischen und steht für jegliche sexuelle Identität oder Orientierung, die von der als Norm erlebten Heterosexualität abweicht. Ähnlich häufig wird auch die Abkürzung "LGBT/LGBTIQ" gebraucht – sie steht für lesbische, gay (schwule), bi- und transsexuelle, intersexuelle und "queere" Menschen. Im Corporate Center wurde nun gemeinsam über "queer sein" bei Bertelsmann sowie über die Netzwerkziele diskutiert. Themen waren außerdem die Fragen, welche Rolle sexuelle Identität und Orientierung im Arbeitsleben spielen und welchen Mehrwert das Netzwerk für Bertelsmann schaffen kann.

Im Arbeitsalltag "queerer" Menschen gibt es häufig Situationen, über die heterosexuelle Mitarbeiter gar nicht nachdenken müssen – wie zum Beispiel eine Dienstreise in Länder, in denen Mitarbeiter aus der Gruppe "LGBTIQ" Repressalien fürchten müssen. Dazu zählen auch Einladungen zu offiziellen Firmenveranstaltungen oder zu abendlichen privaten Treffen im Kollegenkreis. Kommen "LGBTIQ"-Mitarbeiter in Begleitung ihrer gleichgeschlechtlichen Lebenspartner zu Veranstaltungen bei Bertelsmann? Oder erscheinen sie allein, um nicht aufzufallen? Immanuel Hermreck macht deutlich: "Als Arbeitgeber haben wir die Verantwortung, in unserem Unternehmen ein Klima des gegenseitigen Respekts und Vertrauens zu schaffen. Daher darf die sexuelle Orientierung und Identität unserer Kollegen kein Tabuthema sein. Mitarbeiter, die sich willkommen und wertgeschätzt fühlen, können mit ganzer Kraft zum Erfolg von Bertelsmann beitragen."

Das deutschlandweite "be.queer"-Netzwerk bei Bertelsmann wurde von Vertretern der RTL-Group, von Gruner + Jahr und BMG, aus dem Corporate Center, von Arvato, der Bertelsmann Printing Group und von der Verlagsgruppe Random House ins Leben gerufen. Bei "be.queer" finden sich Mitarbeiter zusammen und tauschen sich über ihre sehr unterschiedlichen Erfahrungen im Arbeitsalltag bei Bertelsmann aus. "Es geht uns nicht um eine Sonderrolle. Wir möchten einen Dialog zum Thema "LGBTIQ" im Konzern anstoßen und auf beiden Seiten – falls vorhanden – Ängste nehmen", erläutert Carsten Schicker, Senior Vice President Corporate Controlling and Strategy bei Bertelsmann. "Deshalb ist es uns ein Anliegen, das Netzwerk rasch zu vergrößern, um einen möglichst breiten und vielfältigen Austausch zu ermöglichen." 

"be.queer" möchte darüber hinaus auch zur Attraktivität von Bertelsmann als Arbeitgeber und Geschäftspartner beitragen. "Viele Untersuchungen zeigen, dass eine "LGBTIQ"-freundliche Unternehmenskultur die Mitarbeiterzufriedenheit, -motivation und -bindung insgesamt stärkt", so "be.queer"-Gründungsmitglied Lars Fröhlich, Assistent der Leitung Kundenmanagement bei der Verlagsgruppe Random House. "Unsere Aktivitäten zahlen positiv auf die Bertelsmann-Unternehmenskultur ein." 

Um von anderen Unternehmen zu lernen und relevante Seminarangebote zur Verfügung zu stellen, ist Bertelsmann dem Netzwerk der Stiftung "PROUT AT WORK" beigetreten. Die Stiftung wurde 2013 gegründet und unterstützt derzeit "LGBTIQ"-Netzwerke in 21 internationalen Unternehmen. Mit dem "PROUTEMPLOYER"-Logo auf der Bertelsmann-Homepage und den Websites der Unternehmensbereiche zeigt Bertelsmann sein Engagement für mehr Vielfalt auch nach außen. 

Das Gespräch mit Immanuel Hermreck war der offizielle Startschuss für "be.queer". Das Netzwerk ist offen für neue Mitglieder, um sich auf möglichst vielen Ebenen im Unternehmen zu vergrößern. Angedacht sind Aktivitäten wie lokale "Meet-ups", die Mitwirkung bei "Christopher Street Days" oder die Unterstützung bei Karriere-Events. 

In allen Unternehmensbereichen gibt es bereits Ansprechpartner:

  • Carsten Schicker (Corporate Center/Bertelsmann Investments)
  • Rhys Noelke (RTL Group)
  • Lars Fröhlich (Verlagsgruppe Random House)
  • Robert Stegmüller (BMG)
  • Kathleen Hendriks (Arvato CRM Solutions)
  • Michael Lauk (Arvato Financial Solutions)
  • Kathinka Best (Arvato SCM Solutions)
  • Marco Lauss (Bertelsmann Printing Group)

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Der heutige 17. Mai ist übrigens der internationale Tag gegen Homophobie, Transphobie und Biphobie. Erst 1990 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Homosexualität von der Liste psychischer Krankheiten gestrichen. Die Akzeptanz von Homosexuellen, Bi- und Transsexuellen hat sich seitdem in vielen Regionen der Welt verbessert. Aber auch heute gibt es noch Länder und Situationen, in denen Menschen mit einer anderen sexuellen Orientierung als der, die als heterosexuelle Norm begriffen wird, diskriminiert, verfolgt und drastisch bestraft werden. Viele Schritte sind notwendig für eine Normalisierung des Zusammenlebens und Zusammenarbeitens überall auf der Welt – und auch in Unternehmen.