RTLGroup | Köln, 26.03.2018

Mediengruppe RTL ist Mitbegründerin der „European netID Foundation“

Themenbereich: Medien & Services
Land: International
Kategorie: Projekt

Die Mediengruppe RTL Deutschland ist Mitbegründerin der „European netID Foundation“. Als unabhängige Instanz soll die Stiftung Internetangebote aller Branchen bei der Umsetzung des neuen europäischen Datenschutzrechts unterstützen. Sie stellt dafür einen offenen Industriestandard bereit, mit dem jede Website in Europa ihren Nutzern einen sicheren und datenschutzkonformen Log-in bieten kann. Zu den weiteren Mitbegründern der „European netID Foundation“ gehören Pro Sieben Sat.1 und United Internet.

Die Mediengruppe RTL Deutschland, Pro Sieben Sat.1 und United Internet haben die „European netID Foundation“ gegründet. Als unabhängige Instanz soll die Stiftung Internetangebote aller Branchen bei der Umsetzung des neuen europäischen Datenschutzrechts unterstützen.

Dazu stellt sie unter dem Markennamen „netID“ einen offenen Industriestandard bereit, mit dem jede Website in Europa ihren Nutzern einen sicheren und datenschutzkonformen Log-in bieten kann. Gleichzeitig sorgt die Stiftung für die Einhaltung und Weiterentwicklung des Standards. Die „European netID Foundation“ wird ihre operative Arbeit nach der Genehmigung durch die zuständige Stiftungsbehörde aufnehmen.

Fachkundige Besetzung des Stiftungsrats

Für die Besetzung des Stiftungsrats haben die Initiatoren mit Prof. Dr. Friedbert Pflüger und Prof. Dr. Rolf Schwartmann renommierte Vertreter mit politischer, wissenschaftlicher sowie datenschutzrechtlicher Expertise gewonnen. Ebenfalls im Rat vertreten sind die Initiatoren mit Dr. Marcus Dimpfel (Mediengruppe RTL Deutschland), Daniel Prümers (Pro Sieben Sat.1) und Jan Oetjen (United Internet).

„Datenschutz ist ein internationales Thema, deshalb führt die ‚European netID Foundation‘ einen Standard ein, der europaweit und branchenübergreifend skaliert“, sagt Marcus Dimpfel, Bereichsleiter Strategische Unternehmensentwicklung bei der Mediengruppe RTL Deutschland. „Datenschutz und nutzerfreundliche Angebote sind kein Widerspruch, im Gegenteil: Mit der ‚netID‘ entsteht ein digitales Angebot, das vom Start weg den Millionen von Internetnutzern in Deutschland den Umgang mit ihren persönlichen Daten erleichtern wird“, erklärt Christof Wahl, Digitalvorstand und COO der Pro Sieben Sat.1 Group. „Das Interesse an unserem offenen Standard ist sehr groß: Wir sind mit namhaften Unternehmen aus nahezu allen Branchensegmenten im Dialog“, fügt Jan Oetjen hinzu, Vorstand von United Internet und Geschäftsführer von Web.de und GMX.

Ganz oben auf der digitalen Agenda

„Datensouveränität und die Einhaltung europäischer Standards sind nicht zuletzt aufgrund der EU-Datenschutzgrundverordnung und der vorgeschlagenen E-Privacy-Verordnung ganz oben auf der digitalen Agenda gelandet. Der Aufbau eines europäischen Log-in-Standards ist die richtige Antwort auf diese Entwicklung – das unterstütze ich gern“, sagt Prof. Dr. Friedbert Pflüger. Der Direktor des European Centre for Energy and Resource Security (EUCERS) am King’s College London ist zudem Vorsitzender der Denkfabrik Internet Economy Foundation (IE.F) in Berlin.

„Das europäische Datenschutzrecht nimmt die Wirtschaft in die Verantwortung für ihre Geschäftsmodelle. Als Vorsitzender der Gesellschaft für Datenschutz und Datensicherheit, die seit über 40 Jahren für praktikablen Datenschutz steht, begrüße ich das Engagement der ‚European netID Foundation‘ und begleite das Projekt gern“, erklärt Prof. Dr. Rolf Schwartmann. Der Jurist ist Leiter der Kölner Forschungsstelle für Medienrecht an der Technischen Hochschule Köln und Vorsitzender der Gesellschaft für Datenschutz und Datensicherheit e. V.

Mit „netID“ sollen die Nutzer ihre Datensouveränität effektiv ausüben können: Ihnen allen steht bei ihrem Account-Provider ein standardisiert gestaltetes Privacy Center zur Verfügung, das Transparenz über die persönlichen Daten garantiert. So können Nutzer an nur einer Stelle ihre Daten verwalten, das Passwort ändern sowie Einwilligungen erteilen oder widerrufen. Persönliche Daten werden nur nach Zustimmung des Nutzers zwischen den Account-Providern und Internetdiensten übertragen. Die beteiligten Unternehmen erreichen zusammen rund 50 Millionen Internetnutzer und bringen die für den Projekterfolg kritische Größe bereits mit.

Mit ihrem offenen Ansatz unterscheidet sich die „European netID Foundation“ wesentlich von zentralen und eigenständigen Ökosystemen für Nutzer- und Nutzungsdaten. Die Stiftung ist nach eigenen Angaben bereit, auch mit anderen europäischen Initiativen zusammenzuarbeiten und den „netID“-Standard weiterzuentwickeln.