RTLGroup | Paris, 11.03.2019

Inhaftierte Frauen im Gespräch mit Journalisten

Themenbereich: Gesellschaft
Land: Frankreich
Kategorie: Projekt

Zum Weltfrauentag hat die Fondation M6 acht inhaftierte Frauen zu einer Diskussion über die Rolle der Frau in den Medien eingeladen. Vor allem aber über die Rolle, die inhaftierte Frauen dort spielen. Die Stiftung will einen Beitrag zur Resozialisierung Gefangener leisten, die bei den – verhältnismäßig wenigen – weiblichen Gefangenen oft schwierig ist.

Sie stellen nicht einmal vier Prozent der Insassen französischer Haftanstalten – aber gerade weil Frauen hier in einer so kleinen Minderheit sind, erwachsen daraus immer wieder Probleme. Das gilt für die Zeit im Gefängnis genauso wie für die spätere Resozialisierung. Und die zu erleichtern, ist Stiftungszweck der Fondation M6. Zum internationalen Weltfrauentag am vergangenen Freitag hat die Stiftung der französischen Groupe M6 zwei Journalistinnen und einen Journalisten mit acht inhaftierten Frauen im Frauengefängnis von Versailles zusammengebracht. Es ist neben Rennes eines von zwei Frauengefängnissen in Frankreich. Und es sind acht von 2.534 Frauen, die derzeit im Lande eine Haftstrafe verbüßen. Die meisten der acht sind Redakteurinnen des Gefängnismagazins „Mafette“, das vom Bildungszentrum des Maison d’Arrêt in Versailles betrieben wird. Der Untertitel des Magazins: „La Gazette des femmes (presque) libérées“ – die Zeitschrift der beinahe in die Freiheit entlassenen Frauen.

Den inhaftierten Frauen gegenüber saßen am Freitag Marie-Bénédicte Allaire (RTL Radio), Adrien Cadorel (M6) und Plana Radenovic (Journal du Dimanche). Im Mittelpunkt ihres Gesprächs stand die Frage nach dem Platz der Frauen allgemein und dem inhaftierter Frauen in den Medien. Die Teilnehmer diskutierten über die Rolle der Medien bei der Informationsvermittlung, über das Recht auf Vergessen und Vergessen-werden, über die unterschiedlichen Wege moderner Mediennutzung und über die Vision aller zum Journalismus von morgen. Die Fondation M6 macht mit dieser Gesprächsrunde auf ein zahlenmäßig zwar noch geringes, aber wachsendes Problem aufmerksam. So bilden die „nur“ 2.534 inhaftierten Frauen den höchsten Wert seit zehn Jahren ab. Tendenz steigend. Und es gibt in Frankreich neben den beiden Frauengefängnissen nur 13 weitere Haftanstalten für Langzeit-inhaftierte Frauen. Je weiter diese von den Wohnorten und den Familien der Frauen entfernt sind, desto schwieriger wird später deren Resozialisierung.