UFA Filmnächte

21. August, 21 Uhr: MENSCHEN AM SONNTAG

Musik: RAPHAËL MARIONNEAU

(c) Deutsche Kinemathek
Raphaël Marionneau. Foto: Jan Haeselich

1929
Regie: Robert Siodmak, Edgar G. Ulmer
Produktion: Seymour Nebenzahl
Drehbuch: Billie Wilder, Robert Siodmak
Kamera: Eugen Schüfftan, Fred Zinnemann
Darsteller: Erwin Splettstößer, Brigitte Borchert, Wolfgang von Waltershausen, u.a.
Länge 74 Min.

Über MENSCHEN AM SONNTAG

Ein Sommerwochenende in Berlin. Eine Clique verabredet sich zu einem Ausflug ins Grüne. Während der Woche arbeitet Wolf als Weinvertreter, seine Freundin Brigitte verkauft Grammophone, Christel ist Mannequin und Erwin fährt Taxi. Die vier nehmen die S-Bahn zum Wannsee, mieten ein Tretboot, halten Picknick und suchen die Ungestörtheit des Waldes, wo sich Brigitte und Wolf näher kommen. Es gibt Missverständnisse, ein wenig Streit, gefolgt von Versöhnung. Dann fährt die Gruppe zurück in die Stadt und verabredet sich fürs nächste Wochenende.
Im Sommer 1929 mit Laiendarstellern und an Originalschauplätzen gedreht, gehört die halbdokumentarische Momentaufnahme des Lebensgefühls junger Großstädter zu einem der letzten in Deutschland entstandenen Stummfilme. Die Idee zu Robert Siodmaks Regiedebüt MENSCHEN AM SONNTAG wurde in einer Clique junger Cinéasten geboren. Neben Siodmak wirkten drei weitere Nachwuchstalente an der Realisierung des Films mit, die, wie der Regisseur, wenige Jahre später allesamt zu Hollywoodgrößen aufstiegen: Edgar G. Ulmer, Billie (dann: Billy) Wilder und Fred Zinnemann.
So unspektakulär sich die Handlung von MENSCHEN AM SONNTAG ausnimmt, so sehr verdichtet der Film scheinbar gewöhnliche Impressionen und Stimmungen zu einer visuell spannenden Expedition durch den Alltag der späten Weimarer Republik. Seine hingetuschte, halb improvisierte, halb inszenierte Erzählweise und seine atmosphärisch dichten Bilder machen den Film zu einem Meilenstein der Weimarer Filmgeschichte.

Über RAPHAËL MARIONNEAU

DJ Raphaël Marionneau arbeitet im Grenzbereich zwischen Klassik, Chill-Out, Elektronik- und Filmmusik. Aus diesen und anderen Genres mixt der in Hamburg lebende Franzose gesampelte Klänge zu einer speziellen Konzept-Musik, die unter dem Begriff „le café abstrait“ Fans in ganz Europa hat. Seit 2005 hat Marionneau seine Aktivitäten auf die Begleitung von Stummfilmen ausgeweitet. Zu seinemRepertoire gehören inzwischen DAS CABINET DES DR. CALIGARI, NOSFERATU, METROPOLIS und BERLIN - SINFONIE DER GROSSSTADT.
Marionneaus Musik zu MENSCHEN AM SONNTAG erlebte bei den UFA Filmnächten 2013 ihre Weltpremiere. Bei den UFA Filmnächten 2016 begleitete Raphaël Marionneau den mit Unterstützung von Bertelsmann frisch restaurierten Klassiker des Weimarer Kinos DER MÜDE TOD.