News | Gütersloh, 20.02.2026

50 Jahre Corporate Center

Im Februar 1976 war der Umzug in die neuen Büros an der Carl-Bertelsmann-Straße in Gütersloh abgeschlossen.

Bild oben links: Grundsteinlegung am 17. Januar 1974 mit Reinhard Mohn (vorn links). Bild oben rechts: Baustelle im Jahr 1974. Unten links: Die fertiggestellte Hauptverwaltung aus der Luft betrachtet, 1976. Unten rechts: Haupteingang, 2014

Das Gebäude war in vielen Belangen richtungweisend: Mit dem Einzug in die neue Bertelsmann-Hauptverwaltung in Gütersloh Ende 1975 konnten sich die damals genau 643 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und etwa 200 Berufsschüler auf fortschrittliche Technik, moderne Großraumbüros und ein großes Betriebsrestaurant freuen. Damit endete die Ära des bisherigen Firmensitzes an der Eickhoffstraße in der Gütersloher Innenstadt, von dem aus Reinhard Mohn und die Beschäftigten nach dem Zweiten Weltkrieg das Unternehmen wieder aufgebaut hatten. Im Februar – also in diesen Tagen vor 50 Jahren – war der Umzug, auch aus diversen Außenstellen, in die Carl-Bertelsmann-Straße 270 abgeschlossen. 25 Jahre später kam noch ein Erweiterungsbau auf der gegenüberliegenden Straßenseite hinzu, das sogenannte Brass-Gebäude.

Aus Großraumbüros wurden wieder kleinere Einheiten

In 27 Monaten Bauzeit schafften es die beteiligten Firmen, nach Plänen des Architekturbüros Fischer-Krüder-Rathai einen viergeschossigen Gebäudekomplex mit einer Nutzfläche von 16.310 Quadratmetern auf vier Vollgeschossen für 750 Arbeitsplätze auf der grünen Wiese am östlichen Standrand zu errichten – drei oberirdische Geschosse und zwei Untergeschosse. Das Baugrundstück des als Verlags- und Verwaltungsgebäude bezeichneten Projekts war 55.600 Quadratmeter groß, die bebaute Fläche maß 7.200 Quadratmeter. Baubeginn war im Oktober 1973, die Grundsteinlegung fand am 17. Januar 1974 statt: Reinhard Mohn selbst griff damals zum symbolischen Hammer, wie ein Bild zeigt. Das Richtfest wurde am 10. September 1974 gefeiert, die offizielle Schüsselübergabe am 19. Januar 1976. Das Areal der neuen Hauptverwaltung befand und befindet sich unweit der Großdruckerei Mohndruck, heute Mohn Media, und dem Speichermedienhersteller Sonopress.

Im Stil der 1970er-Jahre, im Stahlbeton-Skelettbau mit Aluminium- und Glasfassade, setzte Architekt Robert Rathai auf Großraumbüros, die die Abteilungen jeweils nach ihren Wünschen gestalten konnten. Das führte allerdings dazu, dass der Verlauf der Flure nicht immer einheitlich war und somit die Orientierung erschwerte. Nachdem bei der Mitarbeitendenbefragung 1987 unter anderem zugige Räume und ein hoher Lärmpegel beklagt worden waren, ließ die Geschäftsführung die Großraumbüros wieder abschaffen und stattdessen kleinere Büroeinheiten einrichten – und dabei ist es bis heute größtenteils geblieben.

Neues Betriebsrestaurant als Highlight

1980 wurde nach 16-monatiger Bauzeit ein zweiter, fünfgeschossiger Gebäudeteil für 160 Arbeitsplätze an den bestehenden angefügt: das „Verwaltungsgebäude 2“ oder kurz „V2“; der bisherige Teil hieß künftig entsprechend „V1“, abzulesen an allen Raumschildern. Die bebaute Fläche für „V2“ auf dem bestehenden Areal war 1.760 Quadratmeter groß, die Nutzfläche 4,281 Quadratmeter. 1990 bezog in einem weiteren neuen Bau übrigens die 1977 gegründete Bertelsmann Stiftung nebenan ihre neuen Räumlichkeiten – und die ersten Karpfen begannen unter und bald darauf die ersten Schwäne über Wasser ihre Bahnen im großen „Bertelsmann-See“ zwischen Hauptverwaltung und Bertelsmann Stiftung zu ziehen. Er soll im Fall des Falles als Löschwasserreservoir dienen.

Ein besonderes Highlight für die Mitarbeitenden der Hauptverwaltung war von Beginn an das Betriebsrestaurant. Dort wurde und wird das Essen täglich frisch zubereitet und nicht mehr nur zugeliefert und ausgegeben. Die hungrigen Kolleginnen und Kollegen profitierten zudem von einer größeren Auswahl an Speisen. 1998 kamen noch Essensausgaben unter anderem für Grill- und Pastagerichte hinzu – und erst kürzlich eine Bowl-Station. Auch technisch ist das Gebäude im Laufe der Jahre in vielen Belangen stets auf den neuesten Stand gebracht und energieeffizient gestaltet worden. Das betraf etwa die Konferenzräume mit Internetzugang, die Cafeteria mit neuer Ausgabetheke und modernem Mobiliar, den Mediastore in frischer Optik, das Foyer mit seinen Einlassschranken und großem Display, den „Creative Hub“ als Multifunktions- und Veranstaltungsraum der Bertelsmann University, modernisierte Sanitärräume und ein neu gedämmtes und begrüntes Flachdach. Erst im vergangenen Jahr führte das Corporate Center ein Energiemanagementsystem ein und wurde dafür entsprechend zertifiziert. Vorausgegangen waren Erneuerungen in den Bereichen Heizung, Kälte, Lüftung und Beleuchtung, die zu erheblichen Einsparungen beim Energieverbrauch führen.

Jubiläum Thema beim Sommerfest

Das 80 Meter lange und 20 Meter breite „Brass-Gebäude“ auf der anderen Seite der Carl-Bertelsmann-Straße entstand im Jahr 2000 als Entlastungsbau der aus allen Nähten platzenden Hauptverwaltung. Der Name stammt dabei von dem gleichnamigen Motorhersteller, der zuvor auf dem Gelände seinen Sitz hatte. In vier Etagen des Neubaus fanden ab Mai 2001 rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abteilungen Personalabrechnung und Systeme, Betriebliche Altersversorgung, Bertelsmann Sport und Gesundheit sowie Bertelsmann Media Systems (heute Arvato Systems), Bertelsmann BKK und Gütersloher Verlagshaus Platz. Auf den Fluren befinden sich neben den Büros auch Kombizonen mit einer Küchenzeile.

„Es ist uns mithilfe der Kolleginnen und Kollegen aus dem Bereich Real Estate & Services gelungen, unser Corporate Center mitsamt dem Brass-Gebäude so gut wie möglich in Schuss zu halten – manch ebenso altes oder sogar jüngeres Firmengebäude dürfte da im Vergleich kaum mithalten können“, resümiert Martin Kewitsch, Executive Vice President HR Coordination, Corporate HR & Shared Services bei Bertelsmann. „Und natürlich hat sich seit der Corona-Pandemie und der Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten, die Nutzung unserer Räume verändert. Auf diesen Bedarf sind wir mit verschiedenen Umbaumaßnahmen eingegangen.“ So wurden zum Beispiel in einzelnen Abteilungen „Work Cafés“ und hybride Arbeitsplätze eingerichtet, weitere kleinere Projekte sind geplant. Heute arbeiten rund 600 Kolleginnen und Kollegen im Corporate Center und im Brass-Gebäude. Hinzu kommen durchschnittlich gut 300 Auszubildende und dual Studierende, die in der Zentralen Ausbildung des Corporate Centers ausgebildet und in den Konzernfirmen am Standtort Gütersloh eingesetzt werden. Direkt im Corporate Center stehen etwa 35 Ausbildungsplätze zur Verfügung.

50 Jahre Corporate Center wird übrigens auch ein Thema beim traditionellen Sommerfest des Corporate Center sein, das in diesem Jahr auf dem Firmengelände ausgerichtet werden soll. Nähere Details dazu sollen im Unternehmen noch bekanntgegeben werden – die Mitarbeitenden können sich aber schon auf eine schöne Feier freuen.