PenguinRandomHouse | München, 21.10.2015

Verlagsgruppe distanziert sich von Akif Pirinçci

Themenbereich: Gesellschaft, Medien & Services
Land: Deutschland
Kategorie: Projekt

Die Verlage Diana, Goldmann und Heyne der deutschen Verlagsgruppe Random House distanzieren sich entschieden von rechtsradikalen Aussagen des Autors Akif Pirinçci auf der "Pegida"-Kundgebung in Dresden am vergangenen Montagabend. "Der Schutz von Demokratie und Menschenrechten ist für uns ein zentraler Bestandteil unseres verlegerischen Schaffens, ebenso wie der Respekt vor Traditionen und dem Wunsch nach kultureller Vielfalt. Die Aussagen von Akif Pirinçci stehen diesen Werten diametral entgegen", so die Verlagsgruppe gestern in einer Erklärung. Als Reaktion auf die "inakzeptablen Äußerungen" würden die bei der Verlagsgruppe lieferbaren Bücher von Akif Pirincci, insgesamt sechs Titel, mit sofortiger Wirkung gesperrt und nicht mehr angeboten.

Staatsanwaltschaft ermittelt

Akif Pirinçci war Hauptredner auf der Veranstaltung der offen islamfeindlichen Initiative "Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes" (Pegida) und hatte mit der Äußerung "Aber die KZs sind ja leider derzeit außer Betrieb" deutschlandweit für Empörung gesorgt. In seiner Rede verglich er zudem die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung mit einer von ihm so bezeichneten "Umvolkung" der Nationalsozialisten. Heutige Politiker würden "zunehmend als Gauleiter gegen das eigene Volk" agieren. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft Dresden gegen Pirinçci wegen Volksverhetzung.

Akif Pirinçci hatte 1989 mit seinem Katzenkrimi "Felidae" einen internationalen Bestseller gelandet. Es folgten weitere Bände der Reihe, deren weltweite Auflage insgesamt in die Millionen geht.