Inventur beim Geo-Tag der Artenvielfalt - Bertelsmann SE & Co. KGaA

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Gruner + Jahr | Hamburg, 16.06.2015

Inventur beim Geo-Tag der Artenvielfalt

Käferexperte Stephan Gürlich sammelt mit seiner Pinzette Käfer von seinem Klopfschirm

Themenbereich: Umwelt, Gesellschaft
Land: Deutschland
Kategorie: Projekt

Wasserfledermaus, Elbe-Liebesgras, Krebsschere: Diese und weitere gut 1.400 Pflanzen- und Tierarten haben internationale Biologinnen und Biologen am vergangenen Wochenende anlässlich des 17. Geo-Tags der Artenvielfalt, initiiert vom G+J-Magazin "Geo", nachgewiesen. Schauplatz der Natur-Inventur waren diesmal die Elbauen rund um das Naturschutzgebiet Hohe Garbe in Sachsen-Anhalt. Besonders freuten sie sich über die Entdeckung des sehr seltenen Schwarzkäfers Tenebrio opacus; ein Urwaldrelikt, das im Totholz von Eichen lebt und auf der Roten Liste der in Deutschland vom Aussterben bedrohten Arten steht. Fünf Schlauchpilzarten waren zuvor noch nie in Sachsen-Anhalt nachgewiesen worden.

Schon in der Nacht zu Samstag konnten Fledermausexperten sechs Arten bestimmen. Aus den Tümpeln und Teichen quakten Laub- und Wasserfrösche sowie die Rotbauchunke. Ab vier Uhr morgens gingen Vogelkundler auf die Pirsch, sie sahen und hörten insgesamt 104 Arten und diese in außergewöhnlich großer Zahl - ein Beleg für die hohe Biodiversität von Auwäldern. Gemeinsam mit einem Landwirt untersuchten Botaniker die Auenwiesen und machten rund 100 Pflanzenarten ausfindig. Achim Förster, Gehölz-Experte des BUND, freute sich insbesondere über viele Triebe der seltenen Schwarzpappel, die nur in Überschwemmungsflächen wie der Hohen Garbe wachsen kann. Friederike Zinner von der Hochschule Anhalt, die mit neun Studierenden Tagfalter kescherte, zählte aufgrund des extrem trockenen und kalten Frühsommers nur zehn Arten, den Libellenexperten flogen hingegen 19 Arten in die Netze sowie eine Skorpionsfliege, die aussieht wie ein geflügelter Skorpion.

Anlass für die umfangreiche Natur-Inventur war der 17. Geo-Tag der Artenvielfalt, dessen Hauptveranstaltung dieses Jahr in dem Projekt "Lebendige Auen für die Elbe" des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) stattfand. "Diese große Zahl zeigt: Intakte Flussauen sind ein besonders artenreicher Lebensraum. Nirgendwo sonst in Mitteleuropa sind so viele Tier- und Pflanzenarten anzutreffen", sagte Jörg Nitsch, Vorstand des BUND, vor Ort. Im Rahmen des Bundesprogrammes Biologische Vielfalt revitalisiert der Verband dort die alten Auwälder. "Das Gebiet der Hohen Garbe ist schützenswert und die Einbindung in die Dynamik der Elbe ein Schritt in die richtige Richtung, um der Natur mehr Entfaltungsmöglichkeiten zu gewähren", ergänzte Tom Müller, Projektleiter des Geo-Tags der Artenvielfalt.

Der Geo-Tag der Artenvielfalt ist die größte Feldforschungsaktion in Europa. Sie soll das Bewusstsein für die Bedeutung der Biodiversität schärfen. Neben der Hauptaktion gab es deutschland- und europaweit zahlreiche weitere Veranstaltungen.