"China als Exporteur weiblicher Führung" - Bertelsmann SE & Co. KGaA

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BertelsmannInvestments | Boston, 27.04.2016

"China als Exporteur weiblicher Führung"

Themenbereich: Gesellschaft, Mitarbeiter
Land: USA
Kategorie: Projekt

Annabelle Long ist ein Paradebeispiel für eine erfolgreiche Geschäftsfrau. Die Bertelsmann-Managerin leitet das Corporate Center von Bertelsmann in Peking und ist Geschäftsführerin des Bereichs Bertelsmann Asia Investments. Sie hat ihre Führungsqualitäten mehrfach unter Beweis gestellt, doch in vielen Ländern haben es Frauen schwerer, sich in gehobenen Positionen zu bewähren. Gesprächsbedarf gibt es also genug, und Annabelle Long nutzte das "Harvard China Forum" in Boston, USA, um ihren Standpunkt in dieser Sache deutlich zu machen.

Bei der Veranstaltung bezog sie Stellung in der Podiumsdiskussion "Women in Leadership" ("Frauen in Führungspositionen"): "Weibliche Führungskräfte werden erst an dem Tag zur Mitte der Gesellschaft gehören, wenn nicht mehr über das Thema gesprochen wird. Im Moment brauchen wir aber noch Foren wie dieses hier, um darüber zu diskutieren – das heißt, es gibt weiterhin Nachholbedarf."

"Frauen bringen alle Qualitäten mit"

Worin genau der Nachholbedarf ihrer Meinung nach bestehe, daran ließ Annabelle Long ebenfalls keinen Zweifel: "Weibliche Führung wird immer wieder mit bestimmten Attributen beschrieben, zum Beispiel ausgeglichen, sanft und koordiniert. Ich glaube, dass Frauen alle Qualitäten mitbringen, die für Führungspositionen nötig sind." Sie selbst entwickle sich nicht nur durch ihren Beruf weiter, sondern auch durch ihre Tätigkeit in verschiedenen Aufsichtsgremien, etwa an der Stanford Graduate School of Business oder in einigen chinesischen Unternehmen.Gerade China biete bessere Rahmenbedingungen für weibliche Führungskräfte als viele andere Länder, davon ist Annabelle Long überzeugt: "Ich rechne damit, dass China einer der wichtigsten ‚Exporteure‘ weiblicher Führung sein wird. Wenn die Chinesen über Ungleichheit in Organisationen sprechen, denken sie gar nicht mehr an einen Frauenanteil, sondern an Diskriminierung aufgrund ethnischer Zugehörigkeit oder des Alters. Viele internationale Unternehmen jedoch verstehen Vorstandsposten für Frauen als Akt der Gleichberechtigung."

Die Demografie schafft günstige Gelegenheiten

Annabelle Long führte auch aus, warum China dafür prädestiniert sei, die Akzeptanz weiblicher Führungskräfte zu erhöhen: "Seit 1949 haben sich Chinesen immer streng an das Prinzip gehalten‚ gleicher Lohn für gleiche Arbeit". Frauen leisten nicht nur aus eigenem Antrieb einen Beitrag zur Versorgung der Familie, sondern auch aus einem Gefühl der Verpflichtung heraus, das ist seit mehr als 60 Jahren gesellschaftlicher Konsens in China."

Im heutigen China gebe es eine faszinierende demografische Struktur, erklärte Annabelle Long weiter. Infolge der Urbanisierung zögen viele Frauen vom Land in die Städte, um die Kinder von Mittelklasse-Familien großzuziehen. "Dadurch können berufstätige Frauen viel besser Karriere und Privatleben ausbalancieren. Chinesische Frauen sollten diese Gelegenheit nicht verpassen", sagte sie.

Gegründet 1998, ist das Bostoner "Harvard China Forum" die führende Hochschulkonferenz für den konstruktiven Dialog über die Herausforderungen, Trends und Probleme in und für China. Die Veranstaltung bringt Führungskräfte aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zusammen, um durch den Diskurs Einblicke und neue Ideen zu gewinnen.