News | RTLGroup | Luxemburg, 07.03.2018

RTL Group: Deutsches TV-Geschäft treibt Rekordergebnisse

Die RTL Group legt ihre Bilanz über das Geschäftsjahr 2017 vor. Der Gesamtjahresumsatz wächst um 2,2 Prozent auf 6,373 Milliarden Euro. Das EBITDA des Bertelsmann-Unternehmensbereichs steigt um 3,8 Prozent auf 1,464 Milliarden Euro. Die EBITDA-Marge klettert auf 23,0 Prozent nach 22,6 Prozent im Vorjahr. Der Digitalumsatz der RTL Group setzt sein dynamisches Wachstum fort und legt um 23,3 Prozent auf 826 Millionen Euro zu.

2017 war erneut ein erfolgreiches Geschäftsjahr für die RTL Group – und das trotz herausfordernder TV-Werbemärkte in Europa. Das Geschäftsmodell der RTL Group steht für beständiges und kräftiges Wachstum, stark diversifizierten Umsatz und ein exzellentes Ertragsprofil. Die starken Ergebnisse zeigen, dass die RTL Group hervorragend aufgestellt ist, das nächste Kapitel in der Erfolgsgeschichte des Unternehmens zu schreiben. Als wichtigste strategische Priorität wird die RTL Group ihre Video-on-Demand-Plattformen, die sich direkt an die Endkunden richten, ausbauen und hierfür weiterhin verstärkt in lokale, exklusive Inhalte investieren.

Der Umsatz der RTL Group stieg um 2,2 Prozent auf 6,373 Milliarden Euro (2016: 6,237 Milliarden Euro) und erreichte damit erneut ein Rekordniveau. Das Wachstum wurde vor allem getrieben von gestiegenen Umsätzen der Mediengruppe RTL Deutschland und der Groupe M6 sowie dem schnell wachsenden Digitalgeschäft. Dieses Wachstum wurde erzielt, obwohl alle europäischen Fernsehwerbemärkte, in denen die RTL Group aktiv ist, im Vergleich zum Vorjahr zurückgingen oder stabil blieben.

Die Plattformerlöse stiegen um 13,5 Prozent auf 319 Millionen Euro (2016: 281 Millionen Euro), während der Digitalumsatz dynamisch um 23,3 Prozent auf 826 Millionen (2016: 670 Millionen Euro) Euro wuchs. Der Umsatz der RTL Group ist stark diversifiziert. 47,5 Prozent entfallen auf Werbeeinnahmen aus dem Fernsehgeschäft, 20,1 Prozent auf die Inhalteproduktion, 13,0 Prozent auf das Digitalgeschäft, 5,0 Prozent auf Plattformerlöse, 4,0 Prozent auf Radiowerbung und 10,4 Prozent auf sonstige Umsätze.

Das EBITDA erreichte mit 1,464 Milliarden Euro ebenfalls einen neuen Höchstwert und stieg um 3,8 Prozent (2016: 1,411 Milliarden Euro). Der Anstieg resultiert hauptsächlich aus signifikant höheren Ergebnisbeiträgen der Mediengruppe RTL Deutschland und von Fremantle Media sowie aus einem positiven Einmaleffekt in Höhe von 94 Millionen Euro durch den Verkauf der Immobilien der RTL Group in der Rue Bayard in Paris.

Die EBITDA-Marge stieg auf 23,0 Prozent (2016: 22,6 Prozent). Der den Aktionären der RTL Group zurechenbare Nettogewinn stieg um 2,6 Prozent auf 739 Millionen Euro (2016: 720 Millionen Euro), insbesondere aufgrund des höheren EBITDA.

Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit belief sich auf 1,023 Milliarden Euro. Daraus resultierte eine höhere Cash Conversion von 104 Prozent (2016: 97 Prozent). Die Nettofinanzschulden lagen zum Jahresende 2017 bei 545 Millionen Euro (2016: 576 Millionen Euro).

Nach einem bereits außergewöhnlich starken vierten Quartal 2016 stieg der Umsatz der RTL Group im vierten Quartal 2017 um 0,8 Prozent auf 2,023 Milliarden Euro (Q4/2016: 2,007 Milliarden Euro), während das EBITDA nochmals stark auf 575 Millionen Euro (Q4/2016: 508 Millionen Euro) wuchs. Darin enthalten sind höhere Ergebnisbeiträge von Fremantle Media und RTL Nederland sowie der positive Einmaleffekt in Höhe von 94 Millionen Euro aus dem Verkauf der Immobilien der RTL Group in der Rue Bayard in Paris, der teilweise durch Restrukturierungsrückstellungen kompensiert wurde.

Der Verwaltungsrat der RTL Group hat für das Geschäftsjahr 2017 eine Schlussdividende von 3,00 Euro pro Aktie vorgeschlagen. Dieser Vorschlag basiert auf dem starken Cashflow des Unternehmens, den zukünftigen Investitionsplänen und dem angestrebten Verschuldungsgrad (Verhältnis von Nettoverschuldung zu Gesamtjahres-EBITDA) von 0,5 bis 1,0. Darüber hinaus hat die RTL Group bereits im September 2017 eine Zwischendividende von 1,00 Euro pro Aktie für das Geschäftsjahr 2017 ausgezahlt (2016: Schlussdividende von 3,00 Euro plus Zwischendividende von 1,00 Euro pro Aktie).

Auf Grundlage des durchschnittlichen Aktienkurses im Jahr 2017 (68,25 Euro ) und der Gesamtdividende (4,00 Euro pro Aktie; 2016: 4,00 Euro pro Aktie) resultiert für das Geschäftsjahr 2017 eine attraktive Dividendenrendite von 5,9 Prozent (2016: 5,4 Prozent) sowie eine Ausschüttungsquote von 83 Prozent der EPS (4,81 Euro).

Mediengruppe RTL Deutschland und Fremantle Media treiben das Gewinnwachstum

Im sechsten Jahr in Folge erzielte die Mediengruppe RTL Deutschland ein Rekordergebnis: Das EBITDA stieg um 3,5 Prozent auf 743 Millionen Euro (2016: 718 Millionen Euro). Der Anstieg wurde hauptsächlich durch höhere Umsätze aus der Fernseh- und Digitalwerbung sowie aus Plattformerlösen getrieben – trotz eines herausfordernden Umfeldes mit erwartet leichten Rückgängen im deutschen Netto-TV-Werbemarkt.

2017 sank das EBITDA der Groupe M6 auf 389 Millionen Euro (2016: 400 Millionen Euro), aufgrund des positiven Einmaleffekts im Vorjahr in Zusammenhang mit dem Auslaufen des M6-Mobile-Vertrags. Bereinigt um diesen Effekt stieg das EBITDA um 9 Prozent. Die Groupe M6 entwickelte sich deutlich besser als der französische Netto-TV-Werbemarkt, der im Ver-gleich zum Vorjahr stabil geschätzt wird.

Das EBITDA von Fremantle Media erhöhte sich auf 140 Millionen Euro (2016: 129 Millionen Euro) aufgrund höherer Ergebnisbeiträge in Nordamerika und Europa. Die EBITDA-Marge verbesserte sich auf 9,5 Prozent (2016: 8,6 Prozent).

Das EBITDA von RTL Nederland sank auf 87 Millionen Euro (2016: 96 Millionen Euro), was auf niedrigere TV-Werbeeinnahmen und höhere Investitionen in die Video-on-Demand-Plattform Videoland zurückzuführen ist.

„Wir werden den Pioniergeist von RTL stärken“

Bert Habets, Chief Executive Officer der RTL Group, erklärt: „Unsere starken Ergebnisse zeigen, dass wir hervorragend aufgestellt sind, das nächste Kapitel in der Erfolgsgeschichte der RTL Group zu schreiben. Dafür sollten wir uns auf unsere Wurzeln besinnen und den Pioniergeist von RTL stärken – dazu gehört es, bewusst auch Risiken einzugehen, uns von den Interessen unserer Kunden leiten zu lassen, damit sie möglichst viel Zeit mit unseren Inhalten verbringen, sowie erfolgreiche Geschäftsmodelle und neue Chancen innerhalb unserer Gruppe auszutauschen. Während wir mit unserem Sendergeschäft ein äußerst profitables Kerngeschäft haben, stammt das Wachstum im ‚Total Video’-Markt größtenteils aus non-linearen Angeboten oder Streamingdiensten. Ziel ist es, dieses erhebliche Wachstumspotential zu erschließen. Deshalb werden wir die Investitionen in unsere On-Demand-Dienste dort erhöhen, wo wir bereits starke Senderfamilien haben. Der Start neuer Angebote in Belgien, Ungarn und Kroatien in den kommenden Monaten ist das erstes Beispiel dafür. Diese basieren alle auf der französischen 6play-Plattform. Außerdem werden wir unsere Multiplattform-Netzwerke und unsere Investitionen in die Werbetechnologie stärker ausbauen und weiterentwickeln. Fremantle Media wird die erfolgreiche Expansion in die Produktion erstklassiger Drama-Serien fortsetzen. Mit diesem Vorstoß gewinnen auch Streaming-Plattformen als Kunden für Fremantle Media an Bedeutung, wie zuletzt die Vereinbarungen zu American Gods und Deutschland 86 gezeigt haben.“

Elmar Heggen, Chief Financial Officer der RTL Group, sagt: „2017 war erneut ein erfolgreiches Geschäftsjahr – und das trotz herausfordernder TV-Werbemärkte. Ungünstige Wechselkurseffekte, vor allem im vierten Quartal, haben das Umsatzwachstum beeinflusst. Trotzdem konnten wir bei Umsatz und EBITDA erneut Rekordergebnisse und eine starke Marge erzielen. Die Mediengruppe RTL Deutschland erzielte zum sechsten Mal in Folge einen Rekordgewinn, und Fremantle Media verbesserte seine Profitabilität deutlich. Das Geschäftsmodell der RTL Group steht für beständiges und kräftiges Wachstum, stark diversifizierten Umsatz und ein exzellentes Ertragsprofil. Wir sind ein sehr Cashflow-starkes Unternehmen. Dies eröffnet uns die finanziellen Möglichkeiten sowohl für weitere Investitionen als auch für attraktive Dividendenzahlungen an unsere Aktionäre. Aus diesem Grund hat der Verwaltungsrat beschlossen, der Hauptversammlung eine Schlussdividende von 3,00 Euro pro Aktie vorzuschlagen.“

Mehr Synergien

Nach der Genehmigung der französischen Medienaufsicht CSA („Conseil supérieur de l’audiovisuel”) und dem Abschluss der Mitarbeiterkonsultationen haben die RTL Group und die Groupe M6 die Eingliederung der französischen Radiofamilie in die Groupe M6 am 1. Oktober abgeschlossen. Die Stimmrechte der RTL Group an der Groupe M6 wurden mit Wirkung zum 1. Januar 2018 an die Höhe ihrer wirtschaftlichen Beteiligung von 48,26 Prozent an der Groupe M6 angepasst.

Im Mai 2017 unterzeichnete die Mediengruppe RTL Deutschland eine neue Vereinbarung mit dem Plattformanbieter Vodafone, nach der die Livestreams der Senderfamilie der Mediengruppe RTL Deutschland in die Giga TV App von Vodafone aufgenommen wurden. In 2018 unterzeichnete Groupe M6 mehrere Distributionsvereinbarungen mit großen Plattformanbie-tern in Frankreich wie SFR-Altice, Canal+, Bouygues und Orange.

Im Juli 2017 war die RTL Group der größte Investor der Series-A-Finanzierungsrunde für Inception, einem führenden israelischen Unternehmen im Bereich Virtual Reality Entertainment. Die RTL Group hält nun eine Minderheitsbeteiligung an Inception in Höhe von 15,6 Prozent.

Im Januar 2018 hat die RTL Group United Screens, das führende Multiplattform-Netzwerk (MPN) in den nordischen Ländern, vollständig erworben. Mit dieser Investition baut die RTL Group ihre Position als führendes europäisches Medienunternehmen im Bereich Onlinevideo weiter aus.

Mehr exklusive Formate

Live-Übertragungen von Sportveranstaltungen bleiben wichtiger Bestandteil des Programmangebotes von RTL Television. Im Dezember 2017 verkündeten RTL Television und der Rechteinhaber Formula One World Championship Limited (FOWC), dass RTL Television bis 2020 alle Formel-1-Rennen live und exklusiv im Free-TV übertragen wird. Auch die Fußballspiele der Uefa Europa League werden weiterhin im Free-TV ausgestrahlt, nachdem die Mediengruppe RTL Deutschland die Ausstrahlungsrechte des europäischen Wettbewerbs für seine Sender RTL Television und Nitro erworben hat.

Die Groupe M6 hat eine Partnerschat mit der Uefa geschlossen. Diese beinhaltet die exklusive Live-Übertragung der Hälfte der Spiele der französischen Nationalmannschaft in der Qualifikation für die Uefa Euro 2020 und für die Fußball-Weltmeisterschaft 2022, Freundschafts- und Vorbereitungsspiele sowie Spiele der ersten beiden Austragungen der neuen Uefa Nations League (in 2018 und 2020).

Am 9. Mai 2017 kündigte das US-Network ABC in Kooperation mit FremantleMedia North America und 19 Entertainment eine Neuauflage von American Idol für die Saison 2017/18 an. Die neue Staffel startet am 11. März 2018.

Mehr Technologie

Am 1. Oktober 2017 hat die RTL Group die Transaktion zur vollständigen Übernahme von SpotX abgeschlossen und die verbleibenden 36,4 Prozent der Anteile für einen Gesamtbetrag von 128 Millionen Euro übernommen. Davon wurden SpotX 7 Millionen Euro als Barmittel für weitere Investitionen zur Verfügung gestellt.

Die RTL Group verfolgt einen ambitionierten Wachstumsplan für das Werbetechnologiegeschäft mit dem vorrangigen Ziel eine globale, unabhängige Monetarisierungsplattform zu schaffen. Dies wird durch die Zusammenführung von SpotX und Smartclip zu einem integrierten Werbetechnologieunternehmen gestützt. Die Übernahme von Smartclip durch SpotX wurde im Januar 2018 vollzogen, während der operative Zusammenschluss beider Unternehmen im Laufe des Geschäftsjahres 2018 abgeschlossen werden soll.

Die RTL Group unterstreicht, dass neueste Technologien und Big Data Kernelemente erfolgreicher Geschäftsmodelle in der digitalen Welt sind: Die Mediengruppe RTL Deutschland und ProSiebenSat1 haben die ‚Log-in-Allianz’ mit United Internet gebildet, um einen einheitlichen Registrierungs- und Log-in-Service für Kunden zu schaffen. Ziel ist es, die Benutzerfreundlichkeit zu vereinfachen und Kunden vor unberechtigtem Zugriff auf ihre Daten zu schützen. Die Groupe M6 hat sich mit mehreren Partnern in Frankreich zur Allianz ‚Gravity‘ zusammengeschlossen, die es Werbern und Agenturen erlaubt, von verschiedenen Datensegmenten zu profitieren, um digitale Kampagnen in allen Formaten und auf allen Endgeräten umzusetzen.

Ausblick

Die RTL Group erwartet, dass der Gesamtjahresumsatz für das Geschäftsjahr 2018 weiterhin moderat wachsen wird (2,5 Prozent bis 5 Prozent), hauptsächlich getrieben durch das Digitalgeschäft und Fremantle Media.

Das EBITDA für 2017 beinhaltete einen positiven Einmaleffekt in Höhe von 94 Millionen Euro aus dem Verkauf der Immobilien in der Rue Bayard in Paris. Bereinigt um diesen Effekt erwartet die RTL Group ein weitestgehend stabiles EBITDA für 2018.

Die Digitalumsätze sollen weiterhin dynamisch mit zweistelligen Wachstumsraten steigen. Der Anteil am Gesamtumsatz der RTL Group soll in den Jahren 2020 bis 2022 auf mindestens 15 Prozent wachsen.

Die RTL Group plant weiterhin einen Verschuldungsgrad von 0,5 bis 1,0 (Verhältnis von Nettoverschuldung zu Gesamtjahres-EBITDA) für das Geschäftsjahr 2018. Die RTL Group wird sich weiterhin auf die Cash-Conversion fokussieren und strebt für 2018 einen Wert von mindestens 85 bis 90 Prozent an.

Die Dividendenpolitik bleibt unverändert: Die RTL Group plant Ausschüttungen in Höhe von 50 bis 75 Prozent des bereinigten Nettoergebnisses für das Geschäftsjahr 2018.