Bertelsmann steigert operatives Konzernergebnis zum Halbjahr erstmals auf über eine halbe Milliarde Euro - Bertelsmann SE & Co. KGaA

Informationen rund um das internationale Medienunternehmen mit seinen Unternehmensbereichen RTL Group, Penguin Random House, Gruner + Jahr und Arvato; ausführliche Informationen für Journalisten im Pressezentrum der Bertelsmann SE & Co. KGaA sowie alles rund um das Thema Corporate Responsibility bei Bertelsmann.

Pressemitteilung

Pressemitteilung | Gütersloh, 31.08.2017

Bertelsmann steigert operatives Konzernergebnis zum Halbjahr erstmals auf über eine halbe Milliarde Euro

  • Umsatzanstieg auf 8,1 Mrd. Euro
  • Wachstumsgeschäfte mit Umsatzplus von neun Prozent
  • Operating EBITDA mit 1,1 Mrd. Euro weiterhin stabil auf hohem Niveau
  • Investitionstätigkeit mit 643 Mio. Euro noch einmal verstärkt
  • Fortschritte in allen strategischen Stoßrichtungen
  • Abschluss Anteilsaufstockung Penguin Random House für 4. Quartal geplant
  • Positiver Ausblick für das Gesamtjahr bestätigt

Bertelsmann hat die erste Jahreshälfte 2017 erfolgreich abgeschlossen: Das internationale Medien-, Dienstleistungs- und Bildungsunternehmen verzeichnete Umsatzwachstum, ein Operating EBITDA auf hohem Niveau und erstmals zum Halbjahr ein operatives Konzernergebnis von mehr als 500 Mio. Euro. Das Unternehmen erzielte weitere Fortschritte bei der Umsetzung seiner Wachstumsstrategie und vereinbarte unter anderem die Aufstockung seines Anteils an der weltweit größten Publikumsverlagsgruppe, Penguin Random House, auf eine strategische Mehrheit von 75 Prozent.

Bertelsmann steigerte seinen Konzernumsatz im Berichtszeitraum um 2,1 Prozent auf
8,1 Mrd. Euro (H1 2016: 8,0 Mrd. Euro). Das organische Wachstum verbesserte sich auf
1,4 Prozent (H1 2016: 1,3 Prozent). Besonders positiv entwickelten sich die digitalen TV-Geschäfte der RTL Group, die Digitalaktivitäten von Gruner + Jahr sowie BMG, Arvato SCM Solutions und die Bertelsmann Education Group. Die Wachstumsgeschäfte verzeichneten einen Umsatzanstieg von neun Prozent auf 2,7 Mrd. Euro (H1 2016: 2,3 Mrd. Euro). Sie erwirtschafteten damit erstmals einen Anteil von mehr als 30 Prozent am Gesamtumsatz.

Das Operating EBITDA erreichte mit 1,10 Mrd. Euro (H1 2016: 1,11 Mrd. Euro) annähernd das Rekordniveau der Vorjahresperiode, obwohl diese durch einen positiven Effekt in Höhe von 43 Mio. Euro bei der RTL Group geprägt gewesen war. Die Anlaufverluste für Digital- und Neugeschäfte betrugen im ersten Halbjahr allein bei der RTL Group und der Bertelsmann Education Group 37 Millionen Euro.

Das Konzernergebnis erreichte einen Wert von 502 Mio. Euro (H1 2016: 482 Mio. Euro). Mit Veräußerungsgewinnen von 63 Mio. Euro leistete der Fonds Bertelsmann Asia Investments (BAI) erneut einen relevanten Ergebnisbeitrag.

Thomas Rabe, Vorstandsvorsitzender von Bertelsmann, sagte: „Bertelsmann blickt auf ein erfolgreiches erstes Halbjahr zurück. Der Umsatz- und Ergebnisanstieg sowie unser verbessertes Wachstumsprofil sind das Resultat der konsequenten Umsetzung unserer Strategie. Dabei ist die Anteilsaufstockung an Penguin Random House, die wir in den vergangenen Monaten vorbereitet haben und nun im zweiten Halbjahr vollziehen, besonders hervorzuheben. Bertelsmann verfügt künftig über eine strategische Dreiviertelmehrheit an der weltweit größten Publikumsverlagsgruppe – und damit über die besten Voraussetzungen, dieses identitätsstiftende Kerngeschäft erfolgreich weiterzuentwickeln.“

Bertelsmann habe im laufenden Jahr in allen vier strategischen Stoßrichtungen – Stärkung der Kerngeschäfte, digitale Transformation, Ausbau von Wachstumsplattformen und Expansion in Wachstumsregionen – signifikante Fortschritte erzielt, betonte Thomas Rabe.

Bertelsmann stärkte sein Kerngeschäft insbesondere im Buchverlagsbereich durch die angekündigte Anteilsaufstockung bei Penguin Random House von 53 Prozent auf künftig 75 Prozent. Der Vollzug der Anteilsübernahme ist für das vierte Quartal 2017 geplant. Penguin Random House platzierte 263 Titel auf den Bestsellerlisten der „New York Times“, 37 davon auf Platz eins. Die spanischsprachigen Geschäfte der internationalen Verlagsgruppe werden durch die Akquisition der Verlagsgruppe Ediciones B ausgeweitet. Neben Penguin Random House bauten weitere Kerngeschäfte ihre Aktivitäten aus: Die Senderfamilien der RTL Group erhöhten ihren Zuschauer- und Werbemarktanteil sowohl in Deutschland als auch in Frankreich. Gruner + Jahr startete unter anderem das neue Magazin „Hygge“. Die Kapazitäten der Bertelsmann Printing Group waren gut ausgelastet.

Bertelsmann setzte die digitale Transformation seiner Geschäfte fort. Die RTL Group kündigte an, das Werbetechnologie-Unternehmen SpotX vollständig zu übernehmen. Weiter erhöhte die Gruppe unter anderem ihren Anteil am Werbetechnologieunternehmen VideoAmp; G+J baute die App-Discovery Plattform AppLike weiter aus. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stiegen die Digitalerlöse bei der RTL Group im ersten Halbjahr des laufenden Jahres um 47 Prozent auf 389 Millionen Euro sowie bei Gruner + Jahr in den Kernmärkten um 23 Prozent auf 128 Millionen Euro. Via Social-Media erreichen die Bertelsmann-Unternehmen zusammen mittlerweile weltweit mehr als zwei Milliarden Follower.

Die Wachstumsplattform Fremantle Media verzeichnete insbesondere mit der neuen Serie „American Gods“ weltweite Zuschauererfolge. BMG akquirierte die BBR Music Group in Nashville und tätigte damit die größte Einzelübernahme im Tonträgergeschäft seit Gründung der Musiktochter. Weiter nahm das Unternehmen prominente Künstler wie Kylie Minogue und Fergie unter Vertrag. Arvato erweiterte sein internationales Logistiknetzwerk mit neuen Standorten in Deutschland, den Niederlanden und den USA und beteiligte sich am Fin-Tech-Start-Up Solaris Bank. Positiv entwickelten sich auch die Bildungsaktivitäten: Der Online-Bildungsanbieter Relias Learning wuchs sowohl organisch als auch durch Akquisitionen; Udacity gelang es, die Studentenanzahl im Berichtszeitraum mehr als zu verdoppeln.

Bertelsmann baute seine Präsenz in den Wachstumsregionen aus. BAI tätigte in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres zehn neue Investitionen. Bertelsmann India Investments beteiligte sich am indischen Bildungsunternehmen Eruditus. Arvato übernahm ebenfalls in Indien das Analytics-Start-Up Ramyam und erhöhte in Brasilien seine Beteiligung am Finanzdienstleister Intervalor auf über 80 Prozent.

Das Resultat der strategischen Maßnahmen ist ein deutlich verbessertes Wachstumsprofil von Bertelsmann: Der Umsatzanteil wachstumsstarker Geschäfte am Konzernumsatz erhöhte sich auf 31 Prozent (H1 2016: 29 Prozent). Der Anteil der strukturell rückläufigen Geschäfte verblieb bei rund vier Prozent. Mittelfristig sollen die wachstumsstarken Geschäfte einen Umsatzbeitrag von rund 40 Prozent leisten.

Bernd Hirsch, Finanzvorstand von Bertelsmann, erklärte: „Bertelsmann verfügt über eine solide finanzielle Position und hohe Eigenkapitalquote von 42 Prozent. Auch nach der Anteilsaufstockung bei Penguin Random House werden wir unsere konservative Finanzpolitik fortsetzen und uns unverändert an den selbstgesetzten Finanzierungszielen orientieren. Für die weitere operative Entwicklung im Gesamtjahr sind wir zuversichtlich und rechnen weiterhin mit einem höheren Umsatz, einer weiterhin hohen operativen Profitabilität sowie einem Konzernergebnis von mehr als einer Milliarde Euro.“

Unternehmensbereiche:

RTL Group
Highlights

  • „American Gods“: Die von Fans weltweit mit großer Spannung erwartete Serie startet beim US-Pay-TV-Sender Starz und ist international über den Streamingdienst Amazon Prime Video abrufbar.
  • „American Idol“: Fremantle Media bringt zur TV-Saison 2017/2018 zusammen mit dem US-Sender ABC eine der weltweit bekanntesten Kultshows zurück auf die Bildschirme.
  • „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“, „Kitchen Impossible“ & Co.: TV-Sender Vox sichert sich mit lokalen Formaten seine Position unter den führenden Fernsehsendern in Deutschland – beim Gesamtpublikum sogar vor Wettbewerber ProSieben.

Der Umsatz der RTL Group wuchs im ersten Halbjahr 2017 um 3,5 Prozent auf 3,0 Mrd. € (H1 2016: 2,9 Mrd. €). Hierzu trugen neben weiterhin dynamisch wachsenden Digitalgeschäften insbesondere die drei größten Geschäftseinheiten Mediengruppe RTL Deutschland, Groupe M6 und Fremantle Media bei. Das Operating EBITDA der RTL Group sank um 7,7 Prozent auf 624 Mio. € (H1 2016: 676 Mio. €). Im Vorjahreszeitraum hatte das Unternehmen von einem positiven Effekt aus der Beendigung der Mobilfunkvereinbarung M6 Mobile bei der Groupe M6 profitiert. Hierum bereinigt war der operative Gewinn der RTL Group nur leicht rückgängig. In einem herausfordernden Umfeld entwickelten sich die Senderfamilien der RTL Group vielfach positiv. In den Kernmärkten Deutschland und Frankreich konnte die RTL Group ihre Positionen sowohl bei den TV-Werbeumsätzen als auch bei den Zuschaueranteilen ausbauen. In Deutschland erzielte der Hauptsender RTL Television in der Kernzielgruppe als einziger Sender einen Marktanteil im zweistelligen Bereich und konnte so den Vorsprung vor dem größten kommerziellen Wettbewerber ausbauen. In Frankreich verzeichnete der Hauptsender M6 einen leichten Rückgang der Zuschauerzahlen, blieb aber klare Nummer zwei in der Hauptzielgruppe. Im Vorjahreszeitraum profitierte M6 von sehr hohen Zuschauerzahlen durch Live-Übertragungen der Fußball-EM in Frankreich. Fremantle Media verzeichnete im ersten Halbjahr 2017 neben höheren Umsätzen auch einen leicht verbesserten Ergebnisbeitrag als im Vorjahreszeitraum. Der Umsatzzuwachs lässt sich vor allem auf höheren Umsatz bei Fremantle Media International sowie aus Europa und Nordamerika zurückführen. Insbesondere die Produktion „American Gods“ trug deutlich zum Umsatzwachstum bei – durch den Verkauf an den USPay-TV-Sender Starz und den internationalen Streamingdienst Amazon Prime Video. Die Digitalgeschäfte der RTL Group wuchsen weiterhin dynamisch. Ihr Umsatz erhöhte sich im Berichtszeitraum um 47,3 Prozent auf 389 Mio. € (H1 2016: 264 Mio. €). Außerdem verbuchte die RTL Group steigende Plattformerlöse. Der Anteil von TV-Werbung am Gesamtumsatz der RTL Group lag unter 50 Prozent.

Penguin Random House
Highlights

  • Penguin Random House sichert sich die weltweiten Rechte an zwei Büchern des ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama sowie der früheren First Lady Michelle Obama und wird sie in all seinen Märkten veröffentlichen.
  • Penguin Random House Grupo Editorial weitet mit der Übernahme der Verlagsgruppe Ediciones B seine starken Marktpositionen in Spanien und Lateinamerika aus.
  • „Into the Water“, der zweite Thriller von „Girl on the Train“-Autorin Paula Hawkins, verkauft sich in nur zwei Monaten allein im englisch- und deutschsprachigen Raummehr als 600.000 Mal.

Penguin Random House veröffentlichte im ersten Halbjahr 2017 zahlreiche Bestseller und verzeichnete eine positive Geschäftsentwicklung mit Ergebniswachstum. Unter Berücksichtigung der vollständig von Bertelsmann gehaltenen Verlagsgruppe Random House blieb der Umsatz der Buchgruppe mit +1,1 Prozent stabil bei 1,5 Mrd. € (H1 2016: 1,5 Mrd. €). Zuwächse bei Audioformaten, höhere Umsätze im asiatisch-pazifischen Raum und ein Ausbau der Dienstleistungsgeschäfte trugen dazu bei, rückläufige E-Book-Erlöse im englischsprachigen Raum zu kompensieren. Das Operating EBITDA stieg um 11,4 Prozent auf 206 Mio. € (H1 2016: 185 Mio. €). Neben positiven Impulsen aus den Geschäften in Nordamerika, Spanien und Australien machten sich weitere operative Verbesserungen nach dem Zusammenschluss bemerkbar. In den USA platzierte Penguin Random House im ersten Halbjahr 263 Titel auf den Bestsellerlisten der „New York Times“, 37 davon auf Platz eins. Meistverkaufter Einzeltitel war Jay Ashers Roman „Thirteen Reasons Why“, der als Fernsehserie adaptiert wurde und sich über alle Formate hinweg mehr als eine Million Mal verkaufte. Weitere Bestseller waren „Into the Water“ von Paula Hawkins und „Camino Island“ von John Grisham; darüber hinaus verkauften sich diverse Klassiker von Dr. Seuss zusammen mehr als fünf Millionen Mal. Im Februar sicherte sich Penguin Random House die weltweiten Rechte an zwei Büchern des ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama beziehungsweise der ehemaligen First Lady Michelle Obama und kündigte eine koordinierte globale Veröffentlichung an. In Großbritannien lag der Anteil der Penguin-Random-House-Titel in den Top 10 der „Sunday Times“-Bestsellerliste bei 45 Prozent. Neben „Into the Water“ und Lee Childs „Night School“ gehörten verschiedene Kinderbücher von Roald Dahl zu den meistverkauften Titeln des Unternehmens. Penguin Random House Grupo Editorial verzeichnete – auch aufgrund steigender E-Book-Erlöse – einen positiven Geschäftsverlauf. Mit der Akquisition der Verlagsgruppe Ediciones B stärkte die Gruppe ihre Marktpositionen in Spanien und Lateinamerika. In Deutschland platzierte die Verlagsgruppe Random House 238 Titel auf den „Spiegel“-Bestsellerlisten. Zahlreiche Autoren der Gruppe gewannen renommierte Auszeichnungen, darunter vier von fünf Pulitzer-Preisen für Literatur sowie den Man Booker International Prize. Bertelsmann hielt im Berichtszeitraum 53 Prozent der Anteile an Penguin Random House, Pearson 47 Prozent. Bertelsmann vereinbarte im Juli eine Anteilsaufstockung auf künftig 75 Prozent, Pearson behält die verbleibenden 25 Prozent. Der Vollzug der Anteilsübernahme ist für das vierte Quartal geplant.

Gruner + Jahr
Highlights

  • Portfolio-Ausbau: Das neue Lebensgefühl-Magazin „Hygge“ der G+J-Tochter Deutsche Medien-Manufaktur ist bereits der fünfte Titel seit Gründung 2016, darunter auch „Essen & Trinken mit Thermomix“.
  • Auf Expansionskurs: Der G+J-Traditionstitel „Schöner Wohnen“ lässt nun auch Möbel fertigen – und erweitert das Angebot der Marke damit abermals.
  • Digitales Wachstum: Die App-Discovery-Plattform AppLike ist nun in 15 Ländern aktiv und damit das internationalste Digitalgeschäft bei G+J.

Gruner + Jahr setzte seine strategische Transformation fort. Ein erfolgreiches Deutschlandgeschäft und ein fortgesetzt wachsendes Digitalgeschäft kennzeichneten das erste Halbjahr 2017. Der Umsatz ging insbesondere aufgrund der im zweiten Halbjahr 2016 getätigten Verkäufe der News-Gruppe in Österreich und des Verlagsgeschäfts in Spanien portfoliobedingt um 4,4 Prozent auf 743 Mio. € (H1 2016: 777 Mio. €) zurück. Das Operating EBITDA stieg auf 59 Mio. € (H1 2016: 52 Mio. €) und lag damit um 13,5 Prozent besser als im Vorjahreszeitraum. G+J Deutschland legte im ersten Halbjahr in Umsatz und Ergebnis deutlich zu. Dafür verantwortlich zeichneten neben dem organisch zweistellig wachsenden Digitalgeschäft die Deutsche Medien-Manufaktur (u. a. „Landlust“, „Essen & Trinken mit Thermomix“, „Hygge“) sowie die mehr als ein Dutzend neuen Zeitschriftentitel, die G+J im Laufe der vergangenen zwei Jahre erfolgreich in Deutschland auf den Markt gebracht hat. Der Printanzeigenumsatz lag aufgrund der Neugeschäfte stabil auf Vorjahresniveau, der Vertriebsumsatz stieg infolgedessen sogar deutlich. Leicht steigende Umsätze gegenüber dem Vorjahreszeitraum verbuchten außerdem der Content-Communication-Anbieter Territory sowie die DDV Mediengruppe in Dresden. In Frankreich verzeichnete Prisma Media aufgrund der allgemeinen Marktentwicklung moderat rückläufige Umsätze. Das anhaltende Wachstum des Digitalgeschäfts von G+J setzte sich im ersten Halbjahr fort. In den Kernmärkten Deutschland und Frankreich stiegen die digitalen Umsätze um 23 Prozent. Ursächlich hierfür waren das organische Geschäft entlang der Strategie „Content, Community, Commerce“, akquisitorische Aktivitäten aus dem Jahr 2016 – etwa der Erwerb der Webguerillas oder der Werbehandelsplattform LiquidM – und erfolgreiche Eigengründungen im Digitalbereich, allen voran AppLike.

BMG
Highlights

  • BMG erwirbt die BBR Music Group und sichert sich damit eine relevante Position im lukrativen Country-Music-Markt.
  • BMG nahm internationale Künstler wie Avril Lavigne, Fergie, Kylie Minogue und Mando Diao unter Vertrag.
  • Vertragspartner von BMG, wie Nickelback (Tonträgerseite) und DJ Khaled (Verlagsseite), verzeichneten signifikante Charterfolge.

Die Bertelsmann-Musiktochter BMG verzeichnete anhaltendes Geschäftswachstum und baute in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2017 ihre Marktstellung nachhaltig aus. So erhöhte sich der Umsatz um 28,0 Prozent auf 233 Mio. € (H1 2016: 182 Mio. €). Angetrieben wurde diese Entwicklung insbesondere durch das Tonträger- und Musikverlagsgeschäft in Großbritannien und den USA sowie das Musikverlagsgeschäft in Australien. Das Operating EBITDA betrug 40 Mio. € und lag damit um 25,0 Prozent über dem Vorjahr (H1 2016: 32 Mio. €). Mit der größten Einzelübernahme im Tonträgergeschäft seit der Gründung im Jahr 2008 erwarb BMG im Berichtszeitraum die BBR Music Group (BBRMG). BBRMG umfasst die Country-Music-Labels Broken Bow Records, Stoney Creek Records, Wheelhouse Records und Red Bow Records sowie den Musikverlag Magic Mustang Music und vertritt die Rechte an namhaften Country-Music-Künstlern wie Jason Aldean und Dustin Lynch. Der Abschluss sichert BMG eine relevante Position in der Country-„Hauptstadt“ Nashville im US-Bundesstaat Tennessee und damit im lukrativen Country-Music-Markt. Darüber hinaus stärkte BMG das Portfolio im Rechtebereich Tonträger durch eine Reihe von neuen Vertragsnahmen internationaler Künstler. Hierzu gehören in den USA unter anderem Avril Lavigne und Fergie, in Großbritannien Kylie Minogue und in Deutschland Mando Diao. Im Verlagssegment konnte die Bertelsmann-Musiktochter ebenfalls Erfolge erzielen und erneuerte zum Beispiel ihre Vereinbarungen mit der amerikanischen Singer-Songwriterin Hillary Lindsey und mit DJ Khaled. Im ersten Halbjahr 2017 haben BMG Vertragspartner wieder eindeutige Charterfolge gefeiert, zum Beispiel über den Anteil an weltweiten Hits wie „I’m the One“, „Despacito“ und „Wild Thoughts“ oder auch mit Roger Waters’ neu veröffentlichtem Album „Is This The Life We Really Want?“.

Arvato
Highlights

  • Arvato kauft das IT- und Analytics-Unternehmen Ramyam. Das indische Start-up-Unternehmen unterstützt Arvato dabei, große Datenmengen zu strukturieren sowie neue Big-Data-Lösungen zu entwickeln und zu vermarkten.
  • Im Logistikgeschäft erweitert Arvato sein bestehendes Netz an europäischen Standorten – in Frankreich für den Großkunden Zalando.
  • Arvato beteiligt sich an dem Fintech-Start-up Solaris Bank und sichert sich damit einen langfristigen Zugang zu innovativer Finanztechnologie.

Die Dienstleistungstochter Arvato erreichte bei steigendem Umsatz in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres ein operatives Ergebnis, das unter dem im Vergleichszeitraum des Vorjahres lag. So stieg der Umsatz um 0,3 Prozent auf 1,9 Mrd. € (H1 2016: 1,9 Mrd. €), während das Operating EBITDA um 18,5 Prozent auf 145 Mio. € sank (H1 2016: 178 Mio. €). Im ersten Halbjahr wurde das operative Ergebnis des Servicecenter-Geschäfts von Arvato CRM Solutions durch einen Rückgang des Geschäftsvolumens innerhalb der Telekommunikationsbranche sowie durch hohe Anlaufkosten für den Ausbau des Geschäfts mit Neu- und Bestandskunden aus anderen Branchen belastet. Mit dem Kauf von Ramyam, einem indischen IT- und Analytics-Unternehmen, tätigte Arvato für CRM Solutions im Januar ein strategisches Investment. Der Umsatz der Logistikdienstleistungen von Arvato SCM Solutions entwickelte sich positiv. Dies gelang unter anderem durch den Ausbau bestehender nationaler und internationaler Geschäftsbeziehungen. Zudem erweiterte Arvato sein bestehendes Logistiknetz und eröffnete mehrere neue Distributionszentren – in Frankreich etwa für den Großkunden Zalando. Für diese Baumaßnahmen und den Start von Neugeschäften für Kunden aus der Hightech-Branche fielen Anlaufkosten an. Auch die bei Arvato Financial Solutions gebündelten Finanzdienstleistungsgeschäfte entwickelten sich im Umsatz im ersten Halbjahr 2017 positiv. Im Berichtszeitraum tätigte Arvato mehrere Investitionen in diesem Bereich: Mit der Beteiligung an dem Fintech-Start-up Solaris Bank sicherte sich das Unternehmen einen langfristigen Zugang zu innovativer Finanztechnologie zur Stärkung des eigenen Portfolios. Zudem stockte Arvato seine Beteiligung am brasilianischen Finanzdienstleister Intervalor von 40 Prozent auf mehr als 80 Prozent auf. Der IT-Dienstleister Arvato Systems baute seine Geschäftstätigkeit insbesondere in den Niederlanden, in Großbritannien und in Skandinavien aus. Besonders erfolgreich gelang die Positionierung im Healthcare-Markt: Arvato Systems bietet Lösungen zur Serialisierung von Medikamenten an und brachte diese im Berichtszeitraum in zwölf Ländern Europas auf den Markt.

Bertelsmann Printing Group
Highlights

  • Offsetdruckgeschäfte in Deutschland und Tiefdruckgeschäfte in Großbritannien erreichen gegen einen rückläufigen Markttrend eine hohe Auslastung.
  • Mohn Media nimmt im Zuge des Ausbaus seines Prospektgeschäfts eine dritte 96-Seiten-Offsetrotation in Betrieb.
  • Sonopress steigert den Marktanteil im Segment der Ultra-HD-Speichermedienreplikation.

Die Bertelsmann Printing Group verzeichnete in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2017 einen leichten Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 0,6 Prozent auf 811 Mio. € (H1 2016: 816 Mio. €). Gründe hierfür waren u. a. die allgemein rückläufigen Tiefdruck- und Speichermedienreplikationsmärkte. Das Operating EBITDA ging ebenfalls zurück, von 49 Mio. € auf 47 Mio. €. Anfang Februar wechselten rückwirkend zum 1. Januar 2017 die Digitalmarketing-Geschäfte von Arvato zur Bertelsmann Printing Group. Hierzu gehören die Aktivitäten von AZ Direct in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie die DeutschlandCard. Die Offsetdruckgeschäfte der Bertelsmann Printing Group in Deutschland verzeichneten im Berichtszeitraum eine positive Entwicklung in Umsatz und Operating EBITDA. Die Offsetdruckerei Mohn Media erreichte gegen den Markttrend eine konstant hohe Auslastung. Im Zuge des Ausbaus des Prospektgeschäfts wurde eine dritte 96-Seiten-Offsetrotation in Betrieb genommen. Ähnlich stark behaupteten sich die Prinovis-Tiefdruckaktivitäten – gegen den allgemeinen Markttrend. So verzeichneten die deutschen Standorte ebenso wie Prinovis UK in Liverpool eine hohe Auslastung, wo im ersten Halbjahr 2017 erfolgreich neue Kunden gewonnen werden konnten. Im Buchdruck konnten die US-Druckereien der Bertelsmann Printing Group den Umsatz in einer weiterhin intensiven Wettbewerbssituation steigern. Das operative Ergebnis lag hingegen leicht unter Vorjahresniveau. Die weltweiten Umsätze in der Speichermedienreplikation gingen vor dem Hintergrund der allgemeinen Marktsituation erwartungsgemäß weiter zurück. Am Stammsitz in Gütersloh hingegen baute Sonopress die Replikationsaktivitäten im innovativen Ultra-HD-Format durch Neukundengewinnung weiter aus. Dem Unternehmen gelang es damit, seine Marktanteile in diesem Segment weiter zu steigern.

Bertelsmann Education Group
Highlights

  • Auf Wachstumskurs: Online-Bildungsanbieter Relias Learning gewinnt weitere Kunden und baut Aktivitäten im Krankenhaussegment weiter aus.
  • Akquisition: Relias Learning übernimmt das Datenanalyse-Unternehmen WhiteCloud Analytics vollständig.
  • IT-Weiterbildung: Online-Bildungsanbieter Udacity entwickelt neue „Nanodegrees“ und erhöht Studentenzahl.

Die in der Bertelsmann Education Group gebündelten Bildungsaktivitäten mit ihrem Fokus auf die Sektoren E-Learning (Gesundheit und Technologie) sowie Bildungsdienstleistungen entwickelten sich im Berichtszeitraum in Summe positiv. Die Geschäfte erzielten – soweit von Bertelsmann vollkonsolidiert – ein signifikantes Umsatzwachstum von 43,8 Prozent auf 92 Mio. € (H1 2016: 64 Mio. €). Das Operating EBITDA verbesserte sich auf -4 Mio. € (H1 2016: -13 Mio. €), vor allem durch den Geschäftsausbau des Online-Bildungsanbieters Relias Learning sowie durch im Vergleich zum Vorjahreszeitraum geringere Anlaufverluste. Relias Learning wuchs sowohl organisch als auch akquisitorisch. Die Bertelsmann-Tochter vergrößerte ihre Kundenbasis von knapp 5.900 auf rund 6.400 Institutionen, deren Mitarbeiter in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres mehr als 17,5 Mio. Onlinekurse absolvierten. Relias baute darüber hinaus seine Aktivitäten im Krankenhaussegment weiter aus und übernahm im Berichtszeitraum das auf Datenanalysen und Verbesserung klinischer Ergebnisse spezialisierte Unternehmen WhiteCloud Analytics vollständig. Der Online-Bildungsanbieter Udacity trieb gemeinsam mit renommierten Partnerunternehmen die Weiterentwicklung seines Lehrangebots voran und konnte die Zahl der Studenten im Berichtszeitraum mehr als verdoppeln, auch durch die erfolgreiche Einführung neuer Nanodegrees zu Themen wie Deep Learning und Robotics. Bertelsmann ist einer der größten Anteilseigner an Udacity. Der Online-Hochschuldienstleister HotChalk setzte seine Partnerschaften mit Universitäten in den USA fort und unterstützte diese beim Auf- und Ausbau von Online-Studiengängen. An verschiedenen Hochschulen sind aktuell mehrere tausend Studenten in Programmen eingeschrieben, die von HotChalk betreut werden. Die auf Psychologie spezialisierte Hochschule Alliant International University führte im Berichtszeitraum ihre Transformation unter anderem durch den Aufbau eines digitalen Lehrangebots fort.

Bertelsmann Investments
Highlights

  • Bertelsmann-Digitalfonds beteiligen sich an 14 Unternehmen mit innovativen Geschäftsmodellen und sind nun in rund 150 Start-ups weltweit investiert.
  • Bertelsmann stärkt Aktivitäten in Wachstumsregionen durch relevante Beteiligungen und erfolgreiches Trendscouting.
  • Bertelsmann Asia Investments (BAI) leistet erneut relevanten Beitrag zum Konzernergebnis durch Veräußerungsgewinne.

Die im Unternehmensbereich Bertelsmann Investments gebündelten Fonds des Konzerns erweiterten ihr Portfolio an internationalen Start-up-Beteiligungen. Bertelsmann Asia Investments (BAI), Bertelsmann Brazil Investments (BBI), Bertelsmann India Investments (BII) und Bertelsmann Digital Media Investments (BDMI) tätigten im Berichtszeitraum 14 neue Investitionen, sodass Bertelsmann über die vier Fonds zum 30. Juni 2017 an rund 150 Unternehmen weltweit beteiligt war. Darüber hinaus tätigten die Fonds mehrere Folge-Investitionen bei bestehenden Beteiligungen. Länderübergreifend standen dabei Investitionen in Unternehmen mit innovativen und digitalen Geschäftsmodellen – beispielsweise in den Bereichen Fintech, Bildung und Virtual Reality – im Fokus. Die Geschäftsentwicklung von Bertelsmann Investments wird im Wesentlichen auf Basis des EBIT ermittelt, das mit 41 Mio. € (H1 2016: 42 Mio. €) nahezu den Wert des Vorjahreszeitraums erreichte. Gewinne aus Beteiligungsverkäufen leisteten erneut einen relevanten Beitrag zum Konzernergebnis – allen voran bei BAI. Ferner beteiligte sich BAI im Berichtszeitraum neu an zehn Unternehmen in China, darunter der Finanzdienstleister Linklogis sowie VeeR, eine Onlineplattform für Virtual-Reality-Videos. Dazu kamen Folgeinvestitionen in bestehende Portfoliounternehmen, beispielsweise in die Bike-Sharing-App Mobike und den Finanzdienstleister Meixin. In Indien stärkte Bertelsmann seine Aktivitäten im Bildungsmarkt durch eine Beteiligung von BII an Eruditus Executive Education. Das Unternehmen entwickelt in Zusammenarbeit mit renommierten Universitäten wie Wharton, INSEAD oder Harvard Weiterbildungsprogramme für Berufstätige und vertreibt diese in Indien, Südostasien sowie dem Mittleren Osten. BBI setzte in Brasilien mit dem Partner Bozano Investimentos den Aufbau eines Universitätsverbunds mit Schwerpunkt auf Bildung im Gesundheitswesen fort. BDMI tätigte im Berichtszeitraum drei neue Beteiligungen, darunter die Charity-Plattform Omaze, sowie mehrere Folgeinvestitionen, unter anderem in den Next-Generation-Publisher Clique Media.

Zahlen im Überblick (in Mio. Euro)

  1.1.2017 – 30.6.2017 1.1.2016– 30.6.2016
Konzernumsatz 8.134 7.966
Operating EBITDA der Bereiche
Corporate / Konsolidierung
Operating EBITDA
1.116
-17
1.099
1.160
-49
1.111
Sondereinflüsse -15 -
EBIT (Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern) 805 805
Finanzergebnis -105 -117
Ergebnis vor Steuern 700 688
Ertragsteueraufwand -197 -206
Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Aktivitäten -1 -
Konzernergebnis 502 482
 
Investitionen (inkl. übernommener Finanzschulden)

 
643
 
605
  Stand
30.6.2017
Stand
31.12.2016
Wirtschaftliche Schulden 6.291 5.913

Bereich Umsatz   Operating EBITDA  
(in Mio. Euro) 1.1.2017 – 30.6.2017 1.1.2016 – 30.6.2016 1.1.2017 – 30.6.2017 1.1.2016 – 30.6.2016
RTL Group
Penguin Random House
Gruner + Jahr
BMG
Arvato
Bertelsmann Printing Group
Bertelsmann Education Group
Bertelsmann Investments
2.978
1.532
743
233
1.862
811

92

-
2.878
1.516
777
182
1.857
816

64


-
624
206
59
40
145
47

-4

-1
676
185
52
32
178
49

-13

1
Summe der Bereiche 8.251 8.090 1.116 1.160
Corporate /
Konsolidierung
-117 -124 -17 -49
Summe Konzern 8.134 7.966 1.099 1.111
             

Die Vergleichszahlen der Vorperiode wurden angepasst.
*Die Geschäftsentwicklung von Bertelsmann Investments wird im Wesentlichen auf Basis des EBIT ermittelt. Das EBIT betrug 41 Mio. € (H1 2016: 42 Mio. €)

Über Bertelsmann
Bertelsmann ist ein Medien-, Dienstleistungs- und Bildungsunternehmen, das in rund 50 Ländern der Welt aktiv ist. Zum Konzernverbund gehören die Fernsehgruppe RTL Group, die Buchverlagsgruppe Penguin Random House, der Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr, das Musikunternehmen BMG, der Dienstleister Arvato, die Bertelsmann Printing Group, die Bertelsmann Education Group sowie das internationale Fonds-Netzwerk Bertelsmann Investments. Mit 116.000 Mitarbeitern erzielte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2016 einen Umsatz von 17,0 Milliarden Euro. Bertelsmann steht für Kreativität und Unternehmergeist. Diese Kombination ermöglicht erstklassige Medienangebote und innovative Servicelösungen, die Kunden in aller Welt begeistern.