Wie alles anfing – der gute Bürger Carl Bertelsmann
Am alten Kirchplatz in Gütersloh gründete Carl Bertelsmann 1835 seinen Verlag.
Seit der Gründung des C. Bertelsmann Verlags im Jahre 1835 in Gütersloh ist die Entwicklung von Stadt und Unternehmen verwoben. Die Wurzeln dieser Verbindung liegen in der Person und im Leben des Verlagsgründers.
Carl Bertelsmann war nicht nur ein guter Unternehmer. Er war ein guter Bürger. Sein Erfolg ruhte auf festen Prinzipien: Glaube, Sparsamkeit, Disziplin, aber auch Risikobereitschaft. Schon während der Besetzung Güterslohs durch napoleonische Truppen in den Jahren 1808 bis 1813, aber auch in späteren Jahren engagierte sich der gelernte Drucker Carl Bertelsmann ehrenamtlich in der öffentlichen Verwaltung. Dort begegnete er der sozialen Realität: dem Elend der Armen, der Alten und Kinder. Als er zu Beginn der 1830er Jahre selbst wirtschaftlich erfolgreich geworden war, begann er, etwas von seinem Wohlstand an die Gesellschaft zurückzugeben.
Orientierung und Halt in Zeiten des schnellen Wandels
Mit dieser Grundhaltung schloss der gläubige Protestant sich der Minden-Ravensberger Erweckungsbewegung an. Mit einem wichtigen Vertreter der Bewegung war er befreundet, Pastor Johann Heinrich Volkening. Dessen Predigten wurden von Bertelsmann gedruckt und später verlegt.
Carl Bertelsmann machte sich aber nicht nur Ideale zu Eigen – er handelte auch danach. So organisierte er die kommunale Armenpflege, er leitete den Bau eines neuen Pfarrhauses, und nach 1848 unterstützte er die Errichtung des späteren Evangelisch Stiftischen Gymnasiums in Gütersloh.
Die Bertelsmann-Familie – das „Ganze Haus“
Das »tätige Werk am Nächsten« bezog Carl Bertelsmann auch auf die Mitarbeiter des Verlags. Die frühneuzeitliche Tradition des »Ganzen Hauses« fand wie in vielen kleinen und mittleren Unternehmen jener Zeit auch im Hause Bertelsmann eine Fortführung. Zur Familie, dem »Ganzen Haus«, gehörten nicht nur die Verwandten, sondern auch alle Angestellten. So wohnten zum Beispiel Lehrlinge im Haus des Verlagsinhabers.
Die Fürsorge der Inhaberfamilie für erkrankte Mitarbeiter, die Unterstützung bei Hochzeiten, aber auch die Hilfe im Hinblick auf berufliches Weiterkommen sowie die Anerkennung für besondere Leistungen gehen auf verschiedene Motivationen und Einflüsse zurück. Nachkriegsgründer Reinhard Mohn steht hier ganz in der Tradition seines Ur-Ur-Großvaters: Menschlichkeit und gesellschaftlich orientiertes Handeln bilden die Wurzeln einer bis heute gültigen Unternehmenskultur.
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