Intajour verabschiedet ihre ersten Fellows
Stabwechsel bei der International Academy of Journalism. Während die erste Fellow-Staffel am vergangenen Freitag in Berlin nach einem Jahr verabschiedet wurde, steht die zweite bereits in den Startlöchern. Aus 560 Bewerbungen aus 90 Ländern hat der journalistische Beirat der Intajour, dem unter anderem die Chefredakteure Peter Kloeppel (RTL), Thomas Osterkorn („Stern“) und Georg Mascolo („Spiegel“) angehören, zwölf neue Fellows ausgewählt, die ihr Ausbildungsprogramm im September in Hamburg aufnehmen werden. Damit haben sich für den zweiten Jahrgang der anlässlich des 175. Geburtstages von Bertelsmann gegründeten Akademie noch einmal deutlich mehr Journalisten beworben als für den ersten.
Doch eben dieser erste Jahrgang stand am Freitag in Berlin noch einmal ganz allein im Mittelpunkt der Intajour-Arbeit. Random-House-Verleger Klaus Eck, zugleich Vorsitzender des Kuratoriums der International Academy of Journalism, überreichte den zwölf Fellows aus Ägypten, Nepal, Ghana, Syrien, Moldawien, Thailand, China, Liberia, Nicaragua, Zimbabwe, Armenien und der Ukraine ihre Abschlusszertifikate gemeinsam mit Werner Eggert, Leiter der Intajour.
Im August des vergangenen Jahres hatten der erste Jahrgang und damit die im Jahr zuvor gegründete Intajour ihre Arbeit aufgenommen. Bis zum Juni dieses Jahres sind die Fellows zum Thema Journalismus in der digitalen Welt geschult worden – zum Auftakt während der ersten Präsenzphase in Hamburg als Gast von G+J, dann im Februar in Köln bei RTL und schließlich zum Abschluss in Berlin. In den drei Präsenzphasen, die insgesamt sechs Wochen dauerten, aber auch zwischen den Phasen in Form von Online-Kursen, haben die Fellows das notwendige Handwerkszeug für journalistisches Arbeiten in der digitalen Welt mit auf den Weg bekommen. Recherche im Internet, journalistische Darstellungsformen, Fotos, Webvideos und Medienethik – das waren die inhaltlichen Schwerpunkte des Programms.
In den E-Learning-Phasen, die das Intajour-Team in einer Pionierleistung selbst entwickelt hat, wurden die Fellows durchschnittlich sieben Stunden in der Woche geschult – parallel zu ihren beruflichen Tätigkeiten in ihren jeweiligen Heimatländern. Dort konnten sie das Erlernte direkt in ihre persönliche Lebens- und Arbeitswirklichkeit übertragen und somit konkret anwenden. Zusätzliche Web-Seminare oder Webinars fanden mit Gastrednern aus aller Welt statt, beispielsweise aus Südafrika, Ägypten, Dubai, Taiwan, den USA, Costa Rica, China oder Ghana. Zudem hatten die Fellows umfassende Aufgaben zu lösen wie die Produktion von Webvideos oder die Recherche im Internet zu einem bestimmten Thema. Einmal pro Woche nahmen die Fellows zudem – und das mit Begeisterung – an einem Wissenstest mit Fachfragen aus dem Journalismus und der digitalen Welt teil.
Über den enormen Lerneffekt hinaus haben die Fellows natürlich auch untereinander enge Kontakte geknüpft – auch das ein erklärtes Ziel der Intajour. Damit diese Kontakte nicht abreißen, setzt die Akademie mit dem Ende des ersten Jahrgangs ein Alumni-Programm auf, bevor dann im September die neuen Fellows in Hamburg an die Arbeit gehen.

