G+J präsentiert World Press Photo-Ausstellung

Zum 18. Mal präsentiert Gruner + Jahr gemeinsam mit „Stern“ und „Geo“ die Deutschlandpremiere der World Press Photo-Ausstellung, die am vergangenen Donnerstag im Rahmen einer Vernissage eröffnet wurde.

Zum Auftakt der Ausstellung begrüßte G+J-Vorstandsvorsitzender Bernd Buchholz rund 300 Besucher im G+J-Pressehaus am Baumwall und gratulierte Samuel Aranda, dem Gewinner des World Press Photo 2011, der persönlich vor Ort war. Sein prämiertes Foto zeigt eine jemenitische Mutter, die ihren verwundeten Sohn in einer Moschee im Arm hält. In seiner Rede würdigte Buchholz die gefährliche Arbeit von Fotografen in Krisengebieten: „Das Siegerfoto symbolisiert die tödlichen Risiken, denen die Aufständischen des Arabischen Frühlings ausgesetzt waren und sind. Es ist schön zu wissen, dass sowohl Mutter und Sohn auf dem Foto als auch der Fotograf hinter der Kamera gesund sind. Ich erwähne das ausdrücklich, weil es leider auch in diesem und letzten Jahr wieder Tote unter den Journalisten und Fotografen gegeben hat.“ So wurde unter anderem an den französischen Fotografen Rémi Ochlik erinnert, der im Februar dieses Jahres im Alter von 28 Jahren in Syrien getötet wurde und den WPP-Award in der Kategorie Reportagen / Fotoserien gewonnen hatte.

Dieses Jahr waren insgesamt 101.254 Fotos von 5.247 Fotografen aus 124 verschiedenen Ländern eingereicht worden. Das in der „New York Times“ veröffentlichte Gewinnerbild von Samuel Aranda ist ein besonderes Dokument des Arabischen Frühlings: „Das Bild zeigt einen Moment der Ruhe, der Leichtigkeit, des Mitgefühls und auch des Friedens. Es ist sehr bewegend und unterscheidet sich von anderen Dokumenten des Arabischen Frühlings, die von Aggression und Gewalt geprägt sind“, begründete Jure Janssen von World Press Photo die Wahl zum Foto des Jahres.

„Ich war schon zehn Tage in Sanaa“, schilderte Samuel Aranda die Geschichte des Fotos, das am 15. Oktober 2011 entstand: „Nach einer Demonstration begannen Scharfschützen zu schießen und Panzer bombardierten die Straßen. Ich lief mit den Menschen von der Straße in die Moschee. Dieser einzig sichere Ort wurde als Krankenhaus benutzt. Inmitten des Chaos verwundeter Menschen entdeckte ich die Frau, Fatima, die ihren Sohn im Arm hielt. Die Frau weinte nicht, sie trauerte nicht, sie kümmerte sich einfach nur um ihren Sohn.“

Der World Press Photo-Award wird jedes Jahr in neun verschiedenen Kategorien von einer 16-köpfigen Jury vergeben. Vier Auszeichnungen gingen dieses Mal an Produktionen von „National Geographic Deutschland“. Einer der Preisträger war bei der Vernissage dabei: Carsten Peter wurde Zweitplatzierter in der Kategorie „Natur“ für seine Dokumentation der Hang Son Doong-Höhle in Vietnam. Schon von Kind an habe er sich für Extreme der Natur interessiert, so der „National Geographic Deutschland“-Fotograf. Er wolle mit seinen Fotografien den Schönheiten der Natur gerecht werden, sagte Peter am Tag der Vernissage.

„Dieses Jahr wurden die Teilnehmer eindeutig mehr nach journalistischen Maßstäben und weniger nach konzeptionellen Standards bewertet. Außerdem vergeben wir schon zum zweiten Mal den Multimedia-Preis, der nur online verfolgt werden kann und dessen Gewinner auf unserer Homepage zu finden sind“, beschrieb Jurre Janssen die Unterschiede zu den letzten Jahren.

Gruner + Jahr, „Stern“ und „Geo“ werden auch die kommenden drei Jahre die Deutschlandpremiere der WPP-Ausstellung präsentieren. In diesem Jahr findet sie vom 4. Mai bis zum 3. Juni statt und umfasst 158 Arbeiten von 57 Fotografen. Die Bilder können täglich von 10 bis 18 Uhr, mittwochs bis 20 Uhr, eintrittsfrei im Foyer des G+J-Pressehauses angesehen werden.

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