Corporate Responsibility (6): Wie sich Sandra Kathöfer engagiert

Im gerade erschienenen Corporate Responsibility Report 2010/2011 erzählen fünf Bertelsmann-Kolleginnen und -Kollegen davon, wie sie ganz konkret in ihrem beruflichen Alltag die Bertelsmann-Unternehmenskultur umsetzen, warum und wie sie sich für ihr Unternehmen – und oft auch darüber hinaus – engagieren. Wir stellen Ihnen nach und nach diese Kolleginnen und Kollegen vor, die übrigens auch auf einem der fünf verschiedenen Titelbilder zu sehen sind: Je ein Porträtfoto dieser Mitarbeiter ziert jeweils eines der Cover.

Nach RTL-TVI-Moderatorin Sandrine Corman, Ceneta Lee Williams von Random House New York, Stefan Neiske, Immissionsschutzbeauftragter bei Mohn Media in Gütersloh, und Heribert Sangs, Leiter der Zentralen Bildung im Corporate Center der Bertelsmann AG, berichtet diesmal Sandra Kathöfer von ihren Erfahrungen als Dokumentationsredakteurin beim G+J-Magazin „Stern“.

„Im Englischen heißt mein Beruf ,Factchecker‘. Ich bin eine von insgesamt sieben Mitarbeitern, die jeden Text, der im Stern veröffentlicht werden soll, jede Grafik und jedes Foto daraufhin prüfen, ob die dazu getroffenen Aussagen zutreffen. Sind die Namen richtig geschrieben? Stimmen die Zahlen? Ist der Elefant auf dem Bild zu einer Indien-Geschichte nicht doch ein afrikanischer? Die entsprechende Information wird auf Papier markiert, kontrolliert, möglicherweise nach Autorenrücksprache korrigiert und ins System eingegeben. Jeder von uns hat ein Fachstudium absolviert, es gibt einen Biologen, mehrere Historiker, einen Wirtschaftswissenschaftler, einen Orientalisten etc. Ich falle da etwas heraus, denn ich habe direkt Mediendokumentation studiert und sogar meine Diplomarbeit über die Stern-Dokumentation geschrieben.

1960 wurde die Abteilung gegründet, da die klassische Illustrierte mit den Jahren politischer und hintergründiger geworden war. Da mussten alle Fakten belegbar sein. Die Dokumentation ist quasi ein Qualitätsgarant, sichert die Seriosität, stärkt die Glaubwürdigkeit und macht den Stern im Idealfall juristisch unangreifbar. Als ich 1997 anfing, haben wir häufig in Speziallexika geschaut, oft telefonisch nachgehakt. Heute arbeiten wir viel mit der Gruner + Jahr Pressedatenbank und anderen elektronischen Archiven.

Ja, ich bin in den Jahren schon etwas skeptischer geworden. Ich stehe auf einer Party im Gespräch und ertappe mich dabei, wie ich denke: ,Na, das guck ich später noch mal nach.‘ Aber ich habe auch ein Mittel gegen Misstrauen als Berufskrankheit: Ich reise unheimlich gern. Obwohl, vielleicht stimmt das gar nicht. Vielleicht ist Reisen nur eine andere Form des Factcheckings. Ich beanspruche ja nicht, dass ich viel weiß, ich gucke halt nur alles nach.“

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