Internationale Highlights am zweiten „be green Day“
Die Premiere im vergangenen Jahr sorgte schon für große Aufmerksamkeit, die zweite Runde in diesem Jahr erreichte noch mehr Mitarbeiter: An insgesamt 44 Standorten in 15 Ländern richteten Bertelsmann-Unternehmen aus allen Bereichen am Dienstag ihren „be green Day“ aus. Ein Tag, der ganz im Zeichen des Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutzes stand – und an dem die Kolleginnen und Kollegen an vielen Aktionen, Vorträgen, Diskussionsveranstaltungen, Ausstellungen und Filmvorführungen teilnehmen konnten.
"Ich bin begeistert über die tolle Resonanz rund um die Welt – gegenüber dem vergangenen Jahr hat die Zahl der teilnehmenden Unternehmen um rund 20 Prozent zugenommen“, sagt Katrin Gaertner, Leiterin des „be green“-Teams und Head of Public Affairs im Bereich Corporate Communications. „Nachhaltigkeit ist ein Megatrend – und ich freue mich sehr, dass es dem ‚be green‘-Team gelungen ist, den Bertelsmann-Umwelttag zu einer Institution zu machen. Denn wir wollen als Unternehmen Teil der Lösung sein – und nicht Teil des Problems!“
Die Verantwortlichen in den Bereichen und Firmen hatten sich eine ganze Reihe von Maßnahmen für den Aktionstag einfallen lassen – wie zum Beispiel im Corporate Centre der RTL Group in Luxemburg. Dort drehte sich im Rahmen des bereits vierten „EnvironMINDday“ alles um „Grünes Essen“, ein Thema also, das jeden Mitarbeiter nicht nur am Arbeitsplatz betrifft. Oliver Herrgesell, Environmental Chief Officer der RTL Group, wies in seiner Begrüßung im Grand Studio von RTL Lëtzeburg darauf hin, dass der Einfluss von Fleisch auf den persönlichen „Carbon Footprint“ – also die Menge an Kohlendioxid, die durch das eigene Verhalten direkt und indirekt in die Umwelt gelangt, unterschätzt werde. Nach Ansicht von Experten könne eine Person allein durch den Verzicht auf den Verzehr von Fleisch seinen Carbon Footprint um bis zu 1,5 Tonnen Kohlendioxid im Jahr senken. „Das ist mehr als man mit dem Wechsel von einem SUV – einem Sport Utility Vehicle – auf ein Hybridauto erreichen kann“, so Herrgesell.
Anschließend fand in Luxemburg ein Showkochen mit dem bekannten Gourmetkoch Michael Hoffmann statt, der das Restaurant „Margaux“ in Berlin betreibt. Er wurde zum „Koch des Jahres 2010“ gewählt und hält seit 2003 Vorlesungen an der Pariser École Supérieure de Cuisine Française. Sein Restaurant befindet sich direkt am Brandenburger Tor in Berlin und ist bekannt für die spektakulären Gerichte, die auf Gemüse basieren – wovon 80 Prozent aus Hoffmanns eigenem Garten stammen. In einer 45-minütigen Show zeigte der mit einem Michelin-Stern ausgezeichnete Koch seine Leidenschaft für eine Küche, die sowohl kreativ als auch umweltbewusst ist. Mitarbeiter nutzten auch die Chance, Hoffmanns Kreationen zu probieren, die auf Saisonprodukten und Kräutern basieren. „Gemüse ist keine Beilage“, so Hoffmann. „Es verdient eine größere Bühne.“
Am Aktionstag erfuhren zudem die Mitarbeiter von RTL Belgium mehr über Recycling und Abfallverwertung, während sich RTL Nederland auf das Thema „Energiesparen“ konzentrierte und die Mediengruppe RTL Deutschland an ihrem ersten Aktionstag eine Rede und eine Präsentation von CEO Anke Schäferkordt organisierte. Zahlreiche Kolleginnen und Kollegen von Arvato Entertainment Europe in Gütersloh folgten am „be green Day“ dem Aufruf, mit dem Rad zur Arbeit zu kommen – trotz des stürmischen und teilweise sogar regnerischen Wetters. Zu ihnen zählte unter anderem Michael Timmermeister, der auch sonst täglich 13 Kilometer von Rheda nach Gütersloh und zurück mit dem Rad fährt, und dies auch in den Wintermonaten. Ihm tun es eine ganze Reihe weiterer Arvato-Mitarbeiter gleich – ein gutes Werk für die Umwelt wie auch die eigene Gesundheit. Bei Arvato Hightech in Herzebrock konnten die Mitarbeiter für einen Euro „Weihnachtsbaumsamen im Becher“ kaufen – und auch gestern ging der Verkauf noch weiter. Der Erlös soll an das Team von der „Kiebitzhof Reithalle“ des gemeinnützigen Wertkreises Gütersloh übergeben werden.
Im polnischen Poznan ging es am „be green Day“ unter anderem um die richtige Mülltrennung. Die Arvato-Mitarbeiter bekamen ausführliche Infos, wo welche Reststoffe hingehören – es wurden sogar neue Behälter zur noch einfacheren Entsorgung bereitgestellt. Der Arvato-Umweltcode sowie ein neuer Umweltkalender liefert ihnen zudem weitere wichtige Tipps und Hinweise rund um den Umweltschutz.
In der Hamburger G+J-Zentrale wurde am Vorabend des „be green Day“ der vieldiskutierte Film „Taste the Waste“ gezeigt, der nicht nur das ganze Ausmaß der weltweiten Verschwendung und Vernichtung von Nahrung beleuchtet, sondern auch die gesellschaftlichen sowie politischen Hintergründe. Am Aktionstag selbst bot die G+J-Kantine – unterstützt vom G+J-Magazin „Essen & Trinken“ – ausschließlich fleischlose Gerichte an. Der Verein „Geo schützt den Regenwald“ verkaufte nachhaltige Produkte und präsentierte sein „Nepal-Kompensationsprojekt“. Grundgedanke dieses CO2-Kompensationsprojektes, mit dem die Dienstflüge der G+J-Mitarbeiter ausgeglichen werden sollen, ist die Hilfe zur Selbsthilfe für die Kleinbauern in dem Bergstaat. Und natürlich nahm auch wieder der beliebte „Fahrraddoktor“ die Zweiräder der G+J-Kollegen unter die Lupe.
Wie im vergangenen Jahr nahm die Berliner Bertelsmann-Repräsentanz Unter den Linden 1 den konzernweiten Umwelttag zum Anlass für eine hochkarätig besetzte Abendveranstaltung: Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Medien waren eingeladen, sich dem Umwelt- und Klimaschutz thematisch zu nähern. In der Podiumsdiskussion „Zeitenwende“, moderiert von Klaus Liedtke, ehemaliger Chefredakteur von „Stern“ und „National Geographic“, debattierte der Trendforscher und Gründer des Trendbüros Prof. Peter Wippermann mit Dr Gerd Leipold, dem langjährigen Greenpeace-Geschäftsführer und damit wichtigen Trendsetter für das Thema. Tenor war, dass u nsere Zukunft Ökonomie mit Ökologie vereinen muss. Und hier geht es nicht mehr um das Ob, sondern nur noch um das Wie, das Wie Viel – und vor allem um das: Wie schnell? Denn wir haben nur ein enges Zeitfenster: In den nächsten 20 Jahren wird sich entscheiden, ob uns eine Revolution hin zu einer CO2-armen Wirtschaft gelingt. Was wir brauchen, ist also ein gesellschaftlicher Aufbruch mit neuen Verhaltensweisen. Beide Experten waren sich darin einig, dass sich eine ganze Menge bereits bewegt hat und Unternehmen anfangen wieder soziale Verantwortung zu leben. Dabei gibt es einen beträchtlichen Druck in den Unternehmen sich nachhaltig zu verändern, der durch die Mitarbeiter ausgeübt wird.
An den in der Bertelsmann-Repräsentanz aufgebauten Ständen der Welthungerhilfe und Greenpeace bot sich die Gelegenheit, sich zu informieren und mit Vertretern beider NGOs konstruktiv zu diskutieren. Beim „klimafreundlichen Einkauf“ konnten die Gäste mit einem Handscanner zwischen 15 Lebensmitteln auswählen – auf der Quittung erschien anstatt des Preises die Menge an CO2, die die Herstellung, Lagerung und der Transport dieses Produktes pro Kilogramm verursachen. Der Abend wurde bildgewaltig durch eine filmische Reise nach Afrika, in die Serengeti abgerundet. Der Regisseur des Naturfilms „Die Serengeti“ Reinhard Radke führte in den Film ein und erläuterte warum der Wert der Natur so schwer zu ermessen ist – und gleichzeitig so zentral für uns ist – weil uns die Natur auf ganz vielen verschiedenen Ebenen anspricht.

