„Geo“-Redaktionen organisieren „Tag der Artenvielfalt“

Mitternacht in der estnischen Region Voose, 70 Kilometer östlich der Hauptstadt Tallinn. Die Silhouette eines Habichtskauzes hebt sich deutlich vom hellen Nachthimmel ab. Einen halben Meter groß sitzt der Vogel auf einer Fichtenspitze. Dann erklingt sein dunkles „Buhu“ – ein Ruf ähnlich wie der des Uhus, nur noch tiefer. In den Wald von Voose lud „Geo Estland“ kürzlich Naturfreunde zur Artensuche ein. Die Teilnehmer, bewaffnet mit Kompass und Karte, machten sich zusammen mit zehn Experten auf den Weg, um Pflanzen und Insekten zu bestimmen. Und nicht nur das. Auch die Losungen verschiedener Tiere wurden gesucht, gefunden und identifiziert. Der Schneehase zum Beispiel hinterlässt „runde Pillen“, der Feldhase „Olivenkerne“ und das Reh „Rosinen“.

In Ungarn starteten Wissbegierige eine zweitägige Tour, um die Natur nahe Nagykovácsi zu erkunden. Das Dorf im Norden Ungarns ist von Hügeln umgeben, die für ihre Artenvielfalt bekannt sind. Auch den nördlichen Nationalpark Duna-Ipoly durchstreifte ein „Geo“-Team. Forscher fingen und beringten Vögel – und untersuchten Wassertiere wie Teichmolche, Sumpfschildkröten und Wasserskorpione.

Besonders viel Zuspruch gab es in Kroatien. Dort hatten schon im Vorfeld private Radiosender die Werbetrommel gerührt. An die 2.000 Besucher begeisterten sich an einem warmen Frühlingstag an Spinnen, Ameisen und etlichen anderen Arten. 

Während in Mitteleuropa die ersten Sonnenstrahlen den Sommer ankündigten, nahte Mitte Mai in Namibia der Winter. Im Okongo-Wald, einem der artenreichsten Gebiete des Landes an der Grenze zu Angola, fand ein „Geo“-Tag statt. An Bord eines Lasters kämpfte sich ein bunt gemischtes Team auf der Suche nach Insekten, Pflanzen und Säugetieren auf schmalen Sandwegen durch die Wildnis.

8.000 Kilometer weit entfernt vom Okongo-Wald liegt der russischen Naturschutzpark Losiny Ostrow am nordöstlichen Rande von Moskau. Hier nahmen Ende Mai mehrere Dutzend Artendetektive am zweiten russischen Tag der Biodiversität teil. Sie sammelten Müll, entdeckten Schlangen und andere Tiere. Nur der Namensgeber von Losiny Ostrow, was übersetzt Elchinsel heißt, ließ sich nicht blicken. Dennoch wertete die russische „Geo“-Redaktion den Aktionstag als Erfolg.

Auch in Brasilien ist der „Geo“-Tag erfolgreich zu Ende gegangen. Nahe der Stadt Belterra im nördlichen Bundesstaat Paraná diskutierten Forscher, Ärzte und Stadtbewohnern mit Schülern die Gefahren, die von giftigen Tierarten ausgehen. Da Belterra stetig wächst, kommt es immer öfter zum Kontakt mit Schlangen, Raupen, Spinnen oder Skorpionen – und deshalb zu Verletzungen und Allergien. Ein Projekt des brasilianischen Butanan-Instituts will vor Ort Bewusstsein für die Gefahren schaffen. „Geo“ Brasilien nutzte den Aktionstag auch, um auf diese Wissenschaftsinitiative aufmerksam zu machen und für sie zu werben.

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