Ian McClelland unterstützt Fußballprojekt für Mädchen in Indonesien

Es war die Überraschung des Abends – und das gleich dreifach: Zum Abschluss des Management Meetings 2010 im vergangenen September bat Bertelsmann-Chef Hartmut Ostrowski drei ausgewählte Top-Führungskräfte auf die Bühne und verkündete ihnen unter dem Applaus der anwesenden Kongressteilnehmer, dass sie die Gelegenheit bekommen würden, eine oder zwei Wochen lang ein Hilfsprojekt einer internationalen Hilfsorganisation vor Ort zu unterstützen. Auf diese Weise solle gezeigt werden, so Ostrowski damals, dass bei Bertelsmann gesellschaftliche Verantwortung nicht nur in den Essentials festgeschrieben sei, sondern auch gelebt werde. – Gesagt, getan: Nach monatelanger Vorbereitung ist nun der erste der drei Bertelsmann-Manager an dem für ihn vorgesehenen Standort gereist: Ian McClelland, Senior Vice President New Media bei der RTL Group in Luxemburg, kam am vergangenen Dienstag in der indonesischen Hauptstadt Jakarta an. Dort unterstützt er ein Fußballprojekt für Mädchen. Inzwischen hat er sich beim BeNet gemeldet und seine ersten Eindrücke übermittelt. 

„Bereits am ersten Tag nach meiner Ankunft in Jakarta habe ich die Schule ‚SMK N 36‘ im nördlichen Hafengebiet der Metropole besucht“, berichtet McClelland. „Dabei handelt es sich um eine technische Berufsschule mit einem Schwerpunkt auf IT-Technologie und Seefahrt. Die Kinder und Jugendlichen tragen alle Uniformen – und sind sehr stolz auf ihre Schule, die im Vergleich zu europäischen Standards zwar nicht so gut ausgestattet sein mag, aber in einwandfreiem Zustand ist. Ein Empfangskomitee von acht Schülern hat sogar salutiert, als wir auf das Schulgelände fuhren!“ Der Direktor, mit dem Ian McClelland anschließend ausführlich sprach, fordere Kinder wie Angestellte dazu auf, so oft wie möglich online zu sein, Blogs zu schreiben und soziale Netzwerke zu nutzen – ein Gebiet, auf dem der von Bertelsmann „entsandte“ Brite selbst Experte ist und das er nun möglichst sinnvoll für den guten Zweck einsetzen will. 

In seinem Fall geht es um Fußball – für Mädchen. Nach Brasilien, Ghana und Togo ist Indonesien das vierte Land, in dem die in 48 Staaten Afrikas, Asiens und Lateinamerikas tätige Hilfsorganisation  in den vergangenen vier Jahren ein Fußballprojekt für Mädchen gestartet hat. Seit Oktober 2010 werden etwa 375 Mädchen aus der Hauptstadt des mit mehr als 230 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichen asiatischen Landes in ihrer Fußballleidenschaft gefördert; gleichzeitig sollen sie aber auch lernen, selbstbewusst zu leben und sich selbst wertzuschätzen. So setzen sich die Teilnehmerinnen im Rahmen des Projektes ganz konkret mit Themen wie früher Schwangerschaft, Aids oder häuslicher Gewalt auseinander. Insgesamt sind die Projekte von besonderer Bedeutung für die Mädchen, die in ihrer Heimat ansonsten vielfach benachteiligt werden. Aufgrund des vielversprechenden Ansatzes, bei dem es zudem ganz grundsätzlich um Gewaltfreiheit an den Schulen geht, werden inzwischen aber auch Jungen gefördert.

„Fußball ist die beliebteste Sportart in Indonesien“, erklärt Ian McClelland, der sich vor Reiseantritt ausführlich über das Land und vor allem das Hilfsprojekt  informiert hat. „Ein großes Problem ist jedoch die Gewalt an den Schulen wie hier in Jakarta“, sagt der RTL-Group-Manager. „Durch die Förderung des Fußballsports in Zusammenarbeit mit Lehrern und Mitgliedern von Schulkomitees will die Organisation zunächst an 15 Schulen helfen, diese Gewalt einzudämmen.“ Die Unterstützung des gerade 37-Jährigen – am vergangenen Samstag feierte er in Indonesien seinen Geburtstag – kann sie dabei gut gebrauchen: Denn zum Hilfsprojekt gehören neben dem Fußballtraining und Workshops die Erstellung einer Broschüre und eines webbasierten Netzwerkes, in dem sich Mädchen und Jungen zum Thema austauschen können. Eben dafür ist Ian McClelland genau der richtige Fachmann, schließlich hat er auf dem Gebiet der sogenannten Neuen Medien reichlich Erfahrung. Bevor er sich bei der RTL Group um strategische Projekte für Internet, interaktives wie mobiles Fernsehen, Breitband sowie alle zukünftigen Plattformen kümmerte, arbeitete er für Turner Broadcasting und konnte auch dort Kenntnisse in den Bereichen Online, IPTV, Video on demand, Mobile und neue Technologien gewinnen.

In Jakarta hörten die Mädchen und Jungen sowie die Lehrer der Schule „SMK N 36“ darum sehr interessiert zu, als der RTL-Group-Manager ihnen zum einen die Aktivitäten der Gruppe vorstellte. „Lautstarken Zwischenapplaus gab es, als ich erwähnte, dass wir hinter dem TV-Format ‚Indonesian Idol‘ stehen“, schmunzelt Ian McClelland. Zum anderen erläuterte er, warum Social Media immer wichtiger für Unternehmen werden. „Vor allem aber habe ich meine Ideen präsentiert, wie die fußballspielenden Mädchen für sich werben und Förderer gewinnen können“, so Ian McClelland, der sich schon im Vorfeld Gedanken darüber gemacht hat, wie sich seine Expertise und seine Kontakte sinnvoll einbringen ließen.

Ganz konkret will er den Fußballteams ermöglichen, Fanseiten auf Facebook zu betreiben und diese mit Texten, Spielergebnissen, Bildern und Videos zu füllen – und zwar über Smartphones, wie der New-Media-Experte dem BeNet erklärt. „Ich habe in dieser Sache Kontakt mit Facebook aufgenommen und von dem Unternehmen volle Unterstützung versprochen bekommen. Zudem stehe ich in enger Verbindung mit der Londoner Internetagentur Sports New Media, die kostenlos Facebook-Seiten gestalten und allen Fußballteams eine App zur Verfügung stellen will, mit der diese ihre jeweilige Facebook-Seite aktualisieren können“, sagt McClelland. Zudem, so der Manager weiter, hätten zwei Hersteller von Smartphones signalisiert, eine Anzahl von Geräten gratis zu vergeben, eines an jedes Team des Plan-Projektes in Jakarta. 

Die Facebook-Nutzer sollen dann wiederum ihr Lieblingsteam auswählen und mit einer jährlichen kleinen Spende unterstützen können. Dafür bekommen sie die Möglichkeit, die Updates des Fußballteams auf ihrer eigenen Facebook-Seite anzeigen zu lassen; alle Freunde werden zudem automatisch eingeladen, ebenfalls Fans dieses oder eines anderen Teams zu werden. „Das Prinzip ist dem eines normalen Fußball-Fanclubs sehr ähnlich“, sagt Ian McClelland, „hier geht es allerdings ausschließlich um Mädchen – und es werden eben soziale Netzwerke genutzt, um Fans hinzuzugewinnen.“ Die gesammelten Gebühren gehen direkt an die Hilfsorganisation, damit soll die weitere Arbeit von Mädchen-Fußballprojekten unterstützt werden.

„Was die Organisation hier in Jakarta unternimmt, soll später als Blaupause für andere Schulen in Indonesien dienen“, fährt der RTL-Group-Manager begeistert fort, der sich auch persönlich von den fußballerischen Fähigkeiten der Mädchen überzeugen konnte und nach seinem Besuch von „SMK N 36“ bei einem Trainingsspiel der Mannschaft mit auf dem Platz stand. „Und wenn die Idee funktioniert, Fans und damit Spenden über soziale Netzwerke zu gewinnen, wollen wir auch dies den Fußballprojekten in Ghana, Togo und Brasilien vorstellen.“

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