Selbstbewusst mit TV-Werbung umgehen: Media Smart bringt Neuauflage von Lehrmittelpaketen heraus
„Ich finde es großartig, dass so ein Projekt entwickelt wurde und den Lehrkräften nun auch noch kostenlos und sehr gut aufgearbeitet zur Verfügung steht! Ich freue mich schon darauf, Media Smart in meiner späteren Lehrertätigkeit im Unterricht einzusetzen!" Wie Ruth Ellermann, Lehramtsstudentin an der Westfälischen-Wilhelms-Universität in Münster, sind viele Lehrer in ganz Deutschland von dem Unterrichtsmaterial überzeugt, das die Medien- und Werbekompetenz von Schülern der dritten und vierten Klassen fördern soll. Der gemeinnützige und von Super RTL initiierte Verein Media Smart hatte es im Herbst vergangenen Jahres auf den Markt gebracht. Rund 18.000 Grundschulen in ganz Deutschland bekamen das Medienpaket mit dem Namen „Augen auf Werbung" angeboten: Bereits in den ersten vier Wochen bestellten 3.000 Schulen mehr als 7.000 Pakete – die erste Auflage von 5.000 Exemplaren war damit rasch vergriffen. „Dass die Materialsammlung auf so großes Interesse gestoßen ist, hat unsere Erwartungen bei weitem übertroffen", freut sich Projektleiterin Silke Knabenschuh. Die Nachfrage halte ungebrochen an – und könnte durch die diesjährige Bildungsmesse „Didacta" Ende Februar in Hannover, auf der der Verein mit einem Stand vertreten ist, noch zunehmen: „Darum produzieren wir in Kürze die zweite Auflage mit ähnlich hoher Auflage."
„Ohne Werbung kann unsere Wirtschaft nicht funktionieren. Sie ist Bestandteil unserer Gesellschaftsordnung und damit auch unseres Alltags", erklärt Claude Schmit, Vorstandsvorsitzender von Media Smart und Geschäftsführer des Kindersenders Super RTL. Deshalb sei es nicht möglich, Kinder ohne Werbung aufwachsen zu lassen. Doch niemand könne sich Kinder wünschen, die unreflektiert jede Werbebotschaft glaubten und blind konsumierten, was ihnen angeboten werde. „Wer Werbung in Auftrag gibt oder zeigt, trägt also eine gesellschaftliche Mitverantwortung. Mit Media Smart werden wir dieser Verantwortung gerecht – indem wir unsere Kinder befähigen, reflektiert und selbstbewusst mit Werbung umzugehen", begründet er das Engagement für die medienpädagogische Förderung.
Nach Angaben von Silke Knabenschuh sind inzwischen 14 Mitglieder und Förderer zusammengekommen, die den Verein unterstützen. Darunter befinden sich neben Super RTL und IP Deutschland aus dem Hause Bertelsmann bekannte Namen wie Burger King, Hasbro, Kellogg, Lego, Masterfood, Mattel, McDonald’s oder Nokia. Sie werden in den Lehrmaterialien und auf der Website www.mediasmart.de genannt, treten dort aber ohne Logos oder Markennamen auf. „Natürlich steht der Verein jederzeit auch neuen Mitgliedern offen", betont Silke Knabenschuh. Je mehr Unternehmen sich an der Initiative beteiligten, die ihren Ursprung in Kanada hat und inzwischen in viele weitere Länder auch in Europa übertragen wurde, auf desto breiterer Basis stünde das Bekenntnis zur gesellschaftlichen Verantwortung der werbetreibenden Wirtschaft in Deutschland. Für die Qualität der Medienpaket-Inhalte bürgt eine Expertengruppe unter anderem mit dem Medienpädagogen Professor Stefan Aufenanger. „Dass derart viele renommierte Experten, Verbände, Institutionen und Unternehmen für Media Smart gewonnen werden konnten, macht uns sehr stolz", so Claude Schmit. „Diese prominente Beteiligung sagt sehr viel über die Güte und Seriosität des Projekts aus."
Neben Lehrern haben sich auch Vertreter von Verbänden positiv über das Medienpaket geäußert. Nach Meinung von Sabine Frank, Geschäftsführerin der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia Dienstanbieter (FSM), sind die entwickelten Materialien „didaktisch äußerst gut aufbereitet", sie hält sie „für eine ideale Unterstützung bei der Unterrichtsvorbereitung". Für Professor Norbert Schneider, den Vorsitzenden der Gemeinsamen Stelle Programm, Werbung und Medienkompetenz der Landesmedienanstalten, ist auch die Verbindung von medienpädagogischen Materialien zur Vermittlung von Werbekompetenz und werbetreibenden Unternehmen sowie einem Kinder-TV-Sender kein Problem. Dies gelte dann, „wenn Kindern trotz eindeutiger unternehmerischer Ausrichtung pro Werbung ein kritischer Blick auf das Thema erlaubt bleibt und ein distanzierter Zugang ermöglicht wird – wie im Falle Media Smart". Leopold Grün, Medienberater und Pädagoge bei der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen sagt: „Die besondere Qualität besteht in der pädagogischen und wissenschaftlichen Aufbereitung der Materialien, die sowohl analytischen wie auch medienpraktische Aufgaben berücksichtigt. Und, neben aller Pädagogik: Das Projekt macht mit Sicherheit Spaß!"


