Der Weg ist das Ziel – Die zweijährige Entstehungsgeschichte der neuen Bertelsmann Essentials

Sie wurden nicht neu erfunden, sondern vielmehr in bewusster Kontinuität zur Urfassung und zur in Jahrzehnten gewachsenen Unternehmenskultur verdichtet, präzisiert, ergänzt, fokussiert: die Bertelsmann Essentials. Doch dieser Prozess, bei dem aus vormals zwölf Kapiteln über die Grundwerte des Medienhauses nunmehr vier Kapitel geworden sind, hat nichtsdestotrotz mehr als zwei Jahre in Anspruch genommen. Und das wurde von Anfang an nicht etwa nur in Kauf genommen. Es war so geplant und gewollt: Nach dem Grundsatz „Der Weg ist das Ziel" schufen allein schon die zahlreichen intensiven Diskussionen über deren Neufassung ein neues und vertieftes Bewusstsein für die Essentials, ihre Bedeutung und ihre Wirkung. Diskussionen, die unter der Federführung von Detlef Hunsdiek und Carsten Tams übrigens über die Grenzen von Firmen und Bereichen genauso hinweg geführt wurden wie über alle hierarchischen Ebenen.

So hatte der Vorstand im Jahr 2003 die Überarbeitung der Essentials in Auftrag gegeben – unter dem Eindruck der Mitarbeiterbefragung 2002, die den Zusammenhang zwischen gelebter unternehmerischer Partnerschaft und wirtschaftlichem Erfolg des Unternehmens schwarz auf weiß belegt hatte. Im Folgejahr 2004 haben die Zentrale Personalabteilung und der Vorstand dann einen gemeinsamen Entwurf erstmals mit dem Konzernbetriebsrat und der internationalen Führungskräftevertretung, dem BMRC, diskutiert. Alle Seiten einigten sich auf eine Fassung, die beim Year-End-Meeting 2004 den 100 Top-Führungskräften des Hauses vorgelegt wurde mit der Bitte, die Diskussion in ihren jeweiligen Verantwortungsbereichen fortzusetzen.

Die Reaktionen waren geprägt von einer hohen Zustimmung. Hinzu kamen wertvolle Anregungen – auch von den Top Managern selbst –, die von Vorstand, Konzernbetriebsrat und Führungskräftevertretung erneut diskutiert und oft übernommen wurden. Jeder einzelne Vorschlag wurde beantwortet, der Prozess an sich sehr ernst genommen. So entspann sich ein sehr konstruktiver und ernsthafter Dialog zwischen allen Beteiligten. Wirklich strittige Punkte gab es nicht, als besonders sensibel stellte sich allenfalls die Übertragung und Anpassung der zehn einzelnen Sprachversionen heraus, in denen die Essentials in Zukunft verfasst sein werden. Hier haben jedoch jeweils muttersprachliche Bertelsmann-Kollegen in verschiedenen Ländern letzte Hand angelegt, indem sie prüften, ob die Übersetzungen nicht nur sprachlich richtig sind, sondern auch dem intendierten Sinn entsprechen. Die am Ende dieses Prozesses entstandene Fassung ist vom Aufsichtsrat der Bertelsmann AG im Juli 2005 verabschiedet worden. Sie wurde im Dezember in Berlin beim Management Meeting 2005 erstmals vorgestellt, jetzt folgt die Kommunikation an alle Mitarbeiter des Medienhauses.

Neben der konsequenten Verdichtung der Essentials auf die vier Kernpunkte Partnerschaft, Unternehmergeist, Kreativität und Gesellschaftliche Verantwortung gab es am Ende des Diskussionsprozesses auch zwei inhaltliche Änderungen gegenüber der Fassung von 1998: Präzisiert wurde die wirtschaftliche Zielsetzung im Mission Statement. Statt einer „angemessenen Verzinsung des eingesetzten Kapitals" heißt es jetzt „eine das Wachstum und die Kontinuität des Unternehmens sichernde Verzinsung des eingesetzten Kapitals". Ergänzt wurde außerdem ein deutlicher Hinweis auf die Verpflichtung aller im Unternehmen auf die Umsetzung der Essentials.

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