Gelebte Partnerschaft: Die Geschichte der Bertelsmann Essentials

Eine Unternehmenskultur, in der Mitarbeiter, Führungskräfte und Gesellschafter partnerschaftlich zusammenarbeiten, ist nicht denkbar, ohne dass die Beteiligten gemeinsame verbindliche Werte und grundlegende Ziele formulieren. Dies leisten die Bertelsmann Essentials. Sie bauen auf den von Reinhard Mohn geprägten und über Jahrzehnte gewachsenen Grundsätzen der Bertelsmann-Unternehmenskultur auf, schaffen Transparenz und Orientierung für alle und eine Basis zur Identifikation mit dem Unternehmen und mit den gemeinsamen Zielen.

Rückblick: 1960 formuliert Reinhard Mohn die „Bertelsmann Grundsatz- und Betriebsordnung". Die inhaltlichen Schwerpunkte lauten „Verantwortung gegenüber dem Betrieb", „Führung", „Persönliche Initiative", „Planung für die Zukunft", „Aufstiegschancen", „Die Arbeit und ihre Entlohnung", „Gewinn und seine Grenzen", „Einkommen des Unternehmens" und „Eigentum verpflichtet". Nach kräftigem Wachstum des Unternehmens, ersten Schritten über die Grenzen Deutschlands hinaus, Einführung der Gewinnbeteiligung und Umwandlung in eine Aktiengesellschaft wird 1973 die „Bertelsmann Unternehmensverfassung" verabschiedet. Vorausgegangen war ein umfassender neunmonatiger Diskussionsprozess im gesamten Unternehmen. Sieben Jahre später erfolgt die erste Novellierung der Unternehmensverfassung. Auch dieser Neufassung liegt ein breiter Diskussionsprozess zugrunde. Mit der zweiten Novellierung 1985 wird die Unternehmenskontinuität als Ziel eingefügt. Drei Jahre später, auf dem „Management Symposium", wird mit der „Bertelsmann Unternehmenskonzeption" den Führungskräften aus aller Welt eine Beschreibung des erfolgreichen „Bertelsmann Partnerschaftsmodells" als Auftakt zu einer internationalen Diskussion über die Unternehmenskultur des Medienhauses vorgestellt.

1998 wird der Begriff „Bertelsmann Essentials" aus der Taufe gehoben. Auf dem Management Congress, dem Treffen des Bertelsmann-Topmanagements, werden sie diskutiert und verabschiedet. Sie stellen das aktuelle Selbstverständnis des Hauses zu den gemeinsamen Zielen und Grundwerten des Unternehmens dar. Ohne die Unternehmensverfassung zu ersetzen, auf der sie aufbauen, sollen sie vor allem der internationalen Erläuterung und Verbreitung der Bertelsmann-Unternehmenskultur dienen. An der Entstehung der englischen Original-Version sind in einem zweijährigen Prozess neben dem Vorstand der Konzernbetriebsrat, die Führungskräftevertretung und lokale Gruppen aus mehreren Ländern beteiligt . Diese Fassung wird am Ende in zehn Sprachen übersetzt.

Die Anfang des Jahres 2006 vorgelegte neue Fassung verdichtet die Elemente der bisherigen Bertelsmann Essentials auf ihren Kern. Inhaltlich wahrt die Neuformulierung die Kontinuität zur Fassung von 1998. Präzisiert wurde die wirtschaftliche Zielsetzung im Mission Statement. Statt einer „angemessenen Verzinsung des eingesetzten Kapitals" heißt es jetzt „eine das Wachstum und die Kontinuität des Unternehmens sichernde Verzinsung des eingesetzten Kapitals". Ergänzt wurde ein deutlicher Hinweis auf die Verpflichtung aller Unternehmensangehörigen auf die Umsetzung der Essentials. Die zuvor in zwölf Kapiteln beschriebenen Grundwerte werden nun in vier Kapiteln beschrieben.

Entstanden sind die neuen Bertelsmann Essentials in einem gut zweijährigen, umfassenden Diskussionsprozess auf allen Unternehmensebenen. Allein durch diese zahlreichen und intensiven Diskussionen über die Kernelemente der Bertelsmann-Unternehmenskultur konnte nach Meinung der Beteiligten das Bewusstsein und der Wirkungsgrad der Essentials erhöht werden. Der Vorstand hatte 2003 die Überarbeitung der Essentials in Auftrag gegeben. Im Folgejahr hatte die Zentrale Personalabteilung und der Vorstand einen gemeinsamen Entwurf erstmals mit dem Konzernbetriebsrat und der Führungskräftevertretung diskutiert. Sie hatten sich auf eine Fassung geeinigt, die beim Year-End-Meeting 2004 den 100 Top-Führungskräften des Hauses vorgelegt wurde – mit der Bitte, die Diskussion in ihren jeweiligen Verantwortungsbereichen fortzusetzen.

Die Reaktionen waren nach übereinstimmender Meinung geprägt von einer hohen Zustimmung. Doch es gab auch wertvolle Anregungen von den Top-Managern, die von Vorstand, Konzernbetriebsrat und Führungskräftevertretung erneut diskutiert und oftmals übernommen wurden. Die schließlich entstandene Fassung wurde vom Aufsichtsrat der Bertelsmann AG im Juli 2005 verabschiedet.

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