Bertelsmann begrüßt Debatte um Gewinnbeteiligung
In einem in der vergangenen Woche im „Stern" veröffentlichten Interview hat sich Bundespräsident Horst Köhler für eine stärkere Beteiligung der Arbeitnehmer an Unternehmensgewinnen ausgesprochen – und damit eine lebhafte Debatte ausgelöst. Eine Debatte, die Bertelsmann ausdrücklich unterstützt, denn hier ist die Gewinnbeteiligung bereits seit 1970 ein zentrales Element der Unternehmenskultur. Seit Einführung der Gewinnbeteiligung sind einschließlich der Zinsausschüttungen bis heute rund zwei Milliarden Euro an die Mitarbeiter geflossen. Ein Mitarbeiter mit einem Durchschnittseinkommen, der beispielsweise seit zehn Jahren regelmäßig an der Gewinnbeteiligung teilgenommen hat, kann heute einschließlich der ausgeschütteten Zinsen über ein Kapital von rund 32.000 Euro verfügen.
„Die Gewinne mit denen zu teilen, die sie erwirtschaftet haben – das entspricht unserer partnerschaftlichen Unternehmenskultur", hatte Gunter Thielen zuletzt im April vergangenen Jahres anlässlich der Bekanntgabe der Gewinnbeteiligung für das Geschäftsjahr 2004 erklärt. Damals wurden mehr als 7,6 Millionen Euro an die Bertelsmann-Mitarbeiter ausgezahlt. Dazu addieren sich noch die Ausschüttungen von Gruner + Jahr und der RTL Group, die über eigenständige Gewinnbeteiligungsmodelle verfügen.
Das Modell der Bertelsmann-Gewinnbeteiligung sieht eine betriebliche und eine Konzernkomponente der Gewinnbeteiligung vor. Allen betrieblichen Modellen gemeinsam ist die Grundbedingung, dass eine bestimmte Umsatzrendite erreicht werden muss, bevor eine Gewinnbeteiligung ausgezahlt werden kann. Diese Umsatzrendite basiert auf dem operativen Ergebnis der Firma, von dem vor der Verteilung des Gewinns noch Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Firmenwerte sowie Investitionen in neue Geschäfte und Arbeitsplätze finanziert werden müssen. Die Firmenkomponente wird durch eine Konzernkomponente ergänzt. Auch diese hängt von dem Erreichen einer bestimmten Umsatzrendite ab.


