Schwerbehindertenvertretung stellt Initiativen im Best-Practice-Bericht der EU-Kommission vor
Eine Lichtrufanmeldeanlage, die das Eintreffen von E-Mails per Vibration und Lichtsignal anzeigt, oder ein Stehrollstuhl, mit dem sich Ordner auf hohen Regalen erreichen lassen – die Schwerbehindertenvertretung der Bertelsmann AG hat in den vergangenen Jahren so einige kreative Ideen entwickelt, um den Mitarbeitern mit Handicap das Leben am Arbeitsplatz zu erleichtern. Im Herbst hat die engagierte Interessenvertretung nun gleich zweimal die Möglichkeit, um ihre konzerninternen Hilfestellungen für die Mitarbeiter mit Behinderungen auch international zu präsentieren.
Zunächst wird die Schwerbehinderten-Vertretung vom 12. bis zum 15. Oktober wieder auf der „RehaCare“ in Düsseldorf, einer Fachmesse für Menschen mit Behinderungen, vertreten sein. Ein kompletter Arbeitsplatz von Bertelsmann wird an den Messestand exportiert, wo Mitarbeiter interessierten Besuchern die vielfältigen Möglichkeiten für einen behindertengerechten Arbeitsalltag vor Augen führen. „Besonderer Höhepunkt wird in diesem Jahr der integrierte Golfstand bei uns sein“, so Konzernschwerbehindertenvertreter Knut Weltlich. Unter dem Motto „Schlag gegen den Schlag“ wolle man aufzeigen, dass im Stehrollstuhl selbst sportliche Aktivitäten wie Golf spielen für Menschen mit Handicap möglich seien. Ganz abgesehen von den gewohnten Arbeitsläufen wie Aktenordner vom Regal nehmen, Fenster öffnen oder Versandpakete vorbereiten, die für die Mitarbeiter mit Behinderungen bei Bertelsmann dank des Stehrollstuhls ebenfalls längst keine Hürde mehr darstellten.
Internationale Anerkennung findet die innovative Arbeit der Schwerbehindertenvertretung bei Bertelsmann nun auch in einem Best-Practice-Bericht der EU-Kommission. Unter dem Titel „Engagement für Menschen mit Behinderung – Abbau von Vorurteilen“ stellt Bertelsmann in dem Schriftstück, das am 28. November auf einer Konferenz in Brüssel präsentiert wird, neben 27 anderen Unternehmen ihre Initiativen für behindertengerechte Arbeitsplatzmodelle vor. Positive Erwähnung finden hier insbesondere die zahlreichen Aktivitäten zum Europäischen Jahr für Menschen mit Behinderungen 2003, bei denen der Konzern vor allem seine medialen Ressourcen öffentlichkeitswirksam zum Einsatz brachte und zum Beispiel in Werbespots Millionen von Fernsehzuschauern über das Leistungspotenzial von Schwerbehinderten am Arbeitsplatz aufklärte.
Auch bei so erfreulicher Resonanz geht der Einsatz für Menschen mit Handicap in der Schwerbehindertenvertretung jedoch weiter. Ein wichtiges Ziel ist nach wie vor, die Beschäftigungsrate von Schwerbehinderten in den Unternehmensbereichen weiter zu erhöhen. Um die Mitarbeiter für dieses Thema noch stärker zu sensibilisieren, hat die Interessensvertretung mit Unterstützung der Arvato-Tochter Topac jetzt Rechenscheiben produziert, mit deren Hilfe sich schnell herausfinden lässt, wie viel die monatliche Ausgleichsabgabe für nicht mit schwerbehinderten Menschen besetzten Arbeitsplätze kostet. Zur Grundlage wird hier die Einstellungsquote von fünf Prozent genommen, die nach dem Sozialgesetzbuch für alle Arbeitgeber Pflicht ist. Die Rechenscheibe wird im Hause und auch auf der RehaCare in Düsseldorf verteilt werden.


