Corporate Center und Bertelsmann BKK führen Familienservice ein

Berufliche Ansprüche und familiäre Bedürfnisse junger Eltern miteinander in Einklang zu bringen, fällt oftmals nicht leicht: Wer kümmert sich um das Kind, wenn es noch keine drei Jahre alt ist? Wer passt nachmittags auf, wenn die Tagesmutter plötzlich ausfällt? Wie kann in den Schulferien die Betreuung sicher gestellt werden? Was ist bei Dienstreisen oder bei Abendterminen? Ähnliche Probleme können auftauchen, wenn ältere oder behinderte Familienangehörige versorgt werden müssen. Nachdem die Bertelsmann Stiftung seit dem Herbst vergangenen Jahres gute Erfahrungen mit dem „PME Familienservice“ gemacht hat, bietet der erfahrene Dienstleister aus Münster ab September nun auch im Corporate Center und bei der Bertelsmann BKK seine Hilfe an. Er informiert und berät über Betreuungsmöglichkeiten vor Ort und vermittelt auf die jeweiligen Bedürfnisse zugeschnittene Angebote. 

„Von dem Familienservice versprechen wir uns für unsere Kolleginnen und Kollegen und auch für das Unternehmen Vorteile“, erklärt der Personalleiter des Corporate Center, Tobias Mayr. „So können wir ein Angebot für eine flexiblere Organisation der Kinderbetreuung bieten - und damit Müttern und Vätern, die aus dem Mutterschutz beziehungsweise aus der Elternzeit zurückkommen, den Wiedereinstieg in den Beruf erleichtern.“ Auch die Suche nach einer Betreuungs- und Versorgungsmöglichkeit von älteren oder behinderten Angehörigen („Elder Care“) werde der Familienservice unterstützen. 

Die Einführung des Familienservices zunächst in der Bertelsmann Stiftung und jetzt im Corporate Center der Bertelsmann AG sowie bei der Bertelsmann BKK geht auch auf Initiativen des Konzernbetriebsrates zurück, der sich bereits seit Jahren für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf – Stichwort: Work-Life-Balance – einsetzt. Im Herbstgespräch 2004 hatte der Vorsitzende des Konzernbetriebsrats und des Betriebsrats des Corporate Center, Erich Ruppik, appelliert, diese Vereinbarkeit als ökonomische Chance zu erkennen. Denn von ihr hänge die Motivation der Mitarbeiter zu ganz wesentlichen Teilen ab. „Je mehr Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen sind, desto zufriedener und motivierter sind nicht nur die Mitarbeiter, sondern auch die Vorgesetzten“, so Ruppik. Hier könne das Unternehmen seinen Mitarbeitern mit dem Familienservice seine Unterstützung anbieten. 

Die Bertelsmann Stiftung hat seit der Einführung im Oktober vergangenen Jahres gute Erfahrungen mit dem Familienservice gemacht. „Die Nachfrage entsprach unseren Erwartungen“, berichtet Sabine Stolle, die sich als Referentin für Personalentwicklung bei der Stiftung um das Thema Familienservice kümmert. 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätten sich bislang bei dem Familienservice gemeldet und eine Beratung oder eine Vermittlung in Anspruch genommen. Drei Viertel der Anfragen bezogen sich auf den Bereich Kinderbetreuung, ein Viertel auf den Bereich „Elder Care“. „90 Prozent der Nutzer haben sich sehr zufrieden mit den Dienstleistungen des Familienservices gezeigt“, ergänzt Sabine Stolle.

Beate Plümer zum Beispiel hat sich gleich nach der Einführung des Familienservices in der Stiftung nach einer Betreuung für die Sommerferien in diesem Jahr für ihren schulpflichtigen Sohn erkundigt. „Zum Glück war ich so früh dran“, berichtet Beate Plümer. „So konnte ich mein Kind noch für eine Ferienspielwoche bei der Stadt anmelden, von der ich sonst keinesfalls rechtzeitig erfahren hätte.“ Alternativ seien ihr per E-Mail und auch telefonisch weitere Betreuungsangebote gemacht worden. Auch kurzfristig, so ist ihr versichert worden, hätte sich immer eine Möglichkeit ergeben. „Ich fühlte mich rundum kompetent beraten und gut aufgehoben.“

Dieses Urteil teilt ihr Stiftungskollege Ole Wintermann. „Meine Frau, unsere beiden kleinen Kinder und ich sind vor drei Jahren von Kiel nach Gütersloh gezogen. Ohne privates Netzwerk wäre es uns natürlich schwer gefallen, rasch einen zuverlässigen Babysitter zu finden – so haben wir uns an den Familienservice gewendet.“ Nach einem ausführlichen Beratungsgespräch fand die Familie eine qualifizierte Kraft nach ihren Vorstellungen. „Weil wir weit entfernt von unseren Eltern leben, haben wir uns zudem nach Betreuungs- und Pflegemöglichkeiten für sie erkundigt – für den Fall der Fälle fühlen wir uns nun gut gerüstet.“

Konkret berät und vermittelt der bundesweit tätige, firmenunabhängige PME Familienservice Dienstleistungen in folgenden Bereichen: Kindergarten- und Kindertagesstättenplätze, Tagesmütter, Kinderfrauen, Notfallbetreuung, Babysitter, Au-Pairs, Ferienbetreuung, Hausaufgabenhilfe, Nachhilfe und Hilfestellung bei der Gründung einer Elterninitiativberatung. Hinzu kommen die Rechtsberatung bei der Versorgung von älteren oder behinderten Angehörigen, die Beratung zur Pflegeversicherung und zur Altersprophylaxe, zu Patientenverfügungen und Vollmachten, die Vermittlung von ambulanten Diensten und Pflegeplätzen, von Laienpflegern und Haushaltshilfen sowie von Betreuungsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen. Die in Anspruch genommene Beratung oder Vermittlung rechnet der Familienservice direkt mit dem Bertelsmann-Unternehmen ab – selbstverständlich ohne Namensangabe des jeweiligen Bertelsmann-Mitarbeiters. Für ihn ist dieser Service kostenlos. Ausnahme: die Vermittlung von Au-Pair-Betreuungen. Die laufenden Kosten zum Beispiel für eine Tagesmutter oder eine Haushaltshilfe trägt er hingegen selbst, die Rechnung kommt direkt von der beauftragten Betreuungsperson oder -einrichtung.

Der 1991 von der Familienforscherin Gisela Erler gegründete PME Familienservice mit rund 120 Fachkräften wird inzwischen in 23 Städten von jährlich etwa 10.000 Menschen in Anspruch genommen. Er zählt viele große Unternehmen in Deutschland zu seinen Kunden wie Lufthansa, Hypovereinsbank, IBM, McKinsey, Microsoft, Deutsche Bank, Dr. Oetker und seit zehn Jahren auch Teile von Gruner + Jahr – ein wichtiger Grund für die Bertelsmann Stiftung und jetzt auch das Corporate Center, dieses größte Unternehmen seiner Art ausgewählt zu haben. 

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