Jars of Clay: Eine Gospelband engagiert sich für Afrika
Durch die Welt jetten, Konzerte in verschiedenen Kontinenten geben und Fans in unterschiedlichen Ländern kennen lernen – das gehört zum Tagesgeschäft von Künstlern, die mehrfach mit Platin und dem Grammy ausgezeichnet wurden. Weniger selbstverständlich ist jedoch, dass sich solche Stars auch an den Orten, die sie während ihrer Tourneen bereisen, humanitär engagieren. Genau dies aber macht die Gospelband Jars of Clay seit einigen Jahren. Die beim Brentwood-Benson Music-Verlag, einer Tochterfirma von BMG Music Publishing, unter Vertrag stehenden vier amerikanischen Musiker haben in ihrer nunmehr zehnjährigen Karriere nicht nur sechzehn Nummer-eins-Hits produziert und sich als herausragende Band des zeitgenössischen christlichen Musikgenres etabliert. Nach ersten Konzertauftritten in Afrika haben sie sich auch mit den Problemen dieses Kontinents befasst und beschlossen, gemeinsam die Menschen vor Ort im Kampf gegen Aids zu unterstützen. So gründeten die Bandkollegen Dan Hasseltine, Stephen Mason, Matt Odmark und Charlie Lowell vor einigen Jahren die gemeinnützige Organisation „Blood Water Mission“, die sich dafür einsetzt, das HIV-Virus stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.
Die Botschaft, mit der sich Jars of Clay im Rahmen dieser Mission an ihre Mitmenschen wenden, ist klar und einfach formuliert: „Sorgt für sauberes Blut und Wasser in Afrika, um die Aids-Epidemie einzudämmen.“ Dahinter steckt jedoch eine herausfordernde Arbeit, die aufopferungsvollen Einsatz verlangt. Die Gospelband hat ihren Lebensstil umgekrempelt, um an sämtlichen Projekten und humanitären Engagements, die im Namen der Organisation durchgeführt werden, vor Ort dabei zu sein. Schon in Verbindung mit ihrer Herbsttour vor drei Jahren begannen sie in sechs verschiedenen Colleges der USA Vorträge zu halten und mit jungen Studenten in direkten Dialog zu treten, um ein größeres Verständnis für die Aids-Epidemie zu wecken. Nach den Worten von James Morris, UN-Botschafters für humanitäre Hilfe in Südafrika, ist sie die größte humanitäre Krise, die die Welt je erlebt hat. Auch in Afrika selbst haben die vier Musiker Projekte initiiert. Zuletzt riefen sie die Kampagne „1000 Brunnen“ ins Leben, die in acht Ländern des betroffenen Kontinents für sauberes Wasser sorgen will.
„Es gibt eine Statistik, die zum Ausdruck bringt, dass nur ein US-Dollar ausreicht, um ein Jahr lang sauberes Wasser für eine Person zu gewährleisten“, erklärt Charlie Lowell. „Wir orientieren uns an dieser Statistik und bitten die Menschen in den Gemeinden, zu denen wir kommen, um einen Dollar. So wollen wir genug Geld zusammenbekommen, um tausend Brunnen in Afrika zu bauen.“ Auch ansonsten ist das Sammeln von Spenden, mit denen Kliniken finanziert und afrikanische Gemeinden im Kampf gegen Aids unterstützt werden können, ein wichtiger Teil der Mission, die für die vier Gesangstalente auch sehr viele schöne Seiten hat.
„Der Kontakt zu den Menschen in Afrika und die Freundschaften, die hier entstehen, sind das Lohnendste an dieser Mission. Ihre Hoffnung und Freude, aber auch die Weise, mit der sie ihrem Schicksal begegnen, mitzuerleben, ist einfach wundervoll und eine einmalige Erfahrung“, so Lowell. Dennoch stünden dem langfristigen Projekt noch einige Hürden bevor. „Viel Geduld ist gefragt. Wir dürfen nicht immer sofort mit Resultaten rechnen. Um das kleinste Ziel durchzusetzen, ist es erforderlich, dass sich eine Vielzahl von Leuten auf eine einzelne Aufgabe konzentriert. Diese Erfahrung ist völlig neu für uns und verlangt, als Band andere Prioritäten zu setzen und ein anderes Tempo einzuschalten“, erklärt der Sänger. Nicht nur das Privatleben der Musiker, auch die Art der Musik und des Songschreibens sei durch die Reisen und Erfahrungen der „Blood Water Mission“ beeinflusst worden. „Unsere Perspektiven haben sich gewandelt. Wir sehen die Welt nun aus einem anderen Blickwinkel. Alles, was wir vorher dachten, wurde durch die schockierenden Erfahrungen in Afrika auf den Kopf gestellt“, erklärt Charlie Lowell die Veränderungen für die Band.

