Gruner + Jahr trennt sich von US-Magazingeschäft

Strategische Fokussierung auf starke Marktpositionen und Wachstumssegmente / Verkauf der US-Magazine an Meredith Corp. vereinbart

Gruner + Jahr zieht sich aus dem amerikanischen Zeitschriftengeschäft zurück und verkauft seine sechs US-Magazine. G+J hat mit der Meredith Corporation eine grundsätzliche Vereinbarung getroffen, dass diese die Titel FAMILY CIRCLE, CHILD, PARENTS und FITNESS übernimmt. Der Kaufpreis beträgt 350 Mio. US-Dollar. Bis zum 30. Juni hat G+J zudem die Möglichkeit, die beiden Wirtschaftstitel INC und FAST COMPANY entweder an Meredith oder einen anderen Verleger zu verkaufen. Über weitere Vertragsinhalte wurde Stillschweigen vereinbart. Die Transaktion wird in den kommenden Tagen abschließend verhandelt und steht unter Gremien- und Kartellvorbehalt.

Damit setzt Europas größter Magazinverlag seinen Kurs fort, sich auf Märkte und Segmente zu konzentrieren, in denen G+J führende und profitable Positionen hält bzw. erreichen kann. Daran wird der Verlag seine Investitionen im Rahmen der  Wachstumsstrategie ausrichten. So übernahm G+J zum 1. Januar 2005 mit der Mehrheit an der hochprofitablen Motor Presse Stuttgart (MPS) gleichzeitig führende Marktpositionen der 140 MPS-Qualitätsmagazine in 16 Ländern und hat seine Druckaktivitäten zukunftsorientiert in das Joint Venture Prinovis eingebracht.

Im US-Magazingeschäft liegen mehrere große Verlagshäuser mit deutlichem Umsatzabstand vor G+J USA. Das Anzeigen- und Vertriebsgeschäft von G+J USA steht seit längerer Zeit stark unter Druck. G+J USA ist gemessen am Umsatz derzeit der sechstgrößte Magazinverlag der USA und hat diese Position in den letzten Jahren nicht verbessern können.

Dr. Bernd Kundrun, Vorstandsvorsitzender von G+J: „Auch in den nächsten Jahren wird Gruner + Jahr seine Expansionsstrategie über weitere Akquisitionen und hohe Investitionen in Innovationen forcieren. Dazu ist es notwendig, dass wir uns genauso konsequent und diszipliniert aus Geschäftsaktivitäten zurückziehen, die nicht die Perspektive haben, eine führende Marktposition oder unsere Rentabilitätsnormen zu erreichen. Für das Magazingeschäft in den USA haben wir diese Perspektive nicht mehr gesehen und uns daher zum Verkauf entschlossen."

G+J hatte im Jahr 1978 als erster deutscher Magazinverlag den Schritt ins amerikanische Zeitschriftengeschäft getan und die Parents Magazines Enterprises Inc. erworben. Es folgte 1994 die Akquisition der New York Times Women’s Magazine Group, zu denen u.a. FAMILY CIRCLE, CHILD und FITNESS gehörten. Während der Hochphase der New Economy wurden im Jahr 2000 die beiden Wirtschaftstitel INC und FAST COMPANY gekauft.

Axel Ganz, Mitglied des G+J-Vorstands und Leiter des Unternehmensbereichs Zeitschriften USA und Frankreich: „Das US-Geschäft stand in den vergangenen Jahren und speziell den letzten Monaten unter starkem Druck. Ich danke Russell Denson, dem CEO von G+J USA, und seinem Team. Sie haben hart für eine Verbesserung gearbeitet. Ich bin überzeugt, dass wir für unsere Magazine und die Mitarbeiter die beste Lösung gefunden haben."

Unabhängig vom Verkauf der Magazine bleibt G+J mit der 100-prozentigen Verlagstochter Brown Printing (BPC) auf dem US-Druckmarkt engagiert. Erst im Februar hatte G+J ein Investitionsprogramm in Höhe von 55 Mio. US-Dollar zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit der BPC-Druckerei in Waseca, Minnesota bekannt gegeben. BPC ist das viertgrößte Druckunternehmen für Magazine und Kataloge in den USA.

Alexander Adler
Sprecher
Gruner + Jahr AG & Co KG
Am Baumwall 11
20459 Hamburg
Tel.: 040/3703-2244
Fax: 040/3703-5617
E-Mail: adler.alexander@guj.de

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