Bertelsmann: Deutliche Ergebnisverbesserung in schwieriger Wirtschaftslage

  • Laufende Geschäfte gegen den Markttrend gestärkt
  • Ergebnisverbesserung in allen Unternehmensbereichen
  • Anstieg des Operating EBITA um 363 Mio. EURO auf 936 Mio. EURO
  • Operative Umsatzrendite von 5,1 Prozent
  • Jahresüberschuss mit fast 1 Mrd. EURO auf hohem Niveau
  • Finanzschulden trotz hoher Investitionen unter 3 Mrd. EURO
  • Cash Flow auf 1,1 Mrd. EURO von 294 Mio. EURO gestiegen




Bertelsmann hat 2002 gegen den Markttrend und in schwieriger Wirtschaftslage das Ergebnis verbessert. Das Operating EBITA stieg auf 936 Mio. EURO von 573 Mio. EURO im Vorjahr. Dank konsequenter Konzentration auf die Kerngeschäfte, kreativer Erfolge in den Inhalte-Geschäften und strikter Kostenkontrolle konnten alle Bereiche ihr Ergebnis verbessern. Die operative Umsatzrendite kletterte auf 5,1 Prozent von 3 Prozent im Vorjahr. Der Jahresüberschuss vor Fremdanteilen erreichte 968 Mio. EURO . Die Netto-Finanzschulden lagen trotz hoher Investitionen unter 3 Mrd. EURO . Der Cash Flow erhöhte sich von 294 Mio. EURO auf 1,1 Mrd. EURO . Die Internetverluste wurden um 670 Mio. EURO reduziert. Der Konzernumsatz lag - vor allem bedingt durch die Dollarschwäche - mit 18,3 Mrd. EURO leicht unter der Pro-Forma-Zahl des Vorjahres (19,0 Mrd. EURO ). Die Zahl der Beschäftigten betrug zum Jahresende 80.632 (Ende 2001: 80.296).



Bertelsmann hat 2002 in den laufenden Geschäften deutlich mehr als im Vorjahr verdient. Alle Unternehmensbereiche konnten 2002 ihre Ertragslage nachhaltig verbessern und - bis auf die DirectGroup - schwarze Zahlen schreiben. Das Operating EBITA des Konzerns stieg auf 936 Mio. EURO von 573 Mio. EURO (pro forma) im Vorjahr. Dabei sind 2002 die Internetverluste im Operating EBITA enthalten, während das Operating EBITA des Vorjahres Internet-Verluste von 808 Mio. EURO nicht enthielt. Diese Darstellung des Ergebnisses 2002 entspricht der Ausrichtung, Internetaktivitäten nur noch als Teil der Kerngeschäfte weiterzuführen.



Bertelsmann konnte sein Ergebnis trotz eines Umsatzrückganges verbessern. Der Umsatzrückgang um 3,5 Prozent gegenüber der Pro-Forma-Vergleichszahl des Vorjahres war vor allem durch die Schwäche des US-Dollars gegenüber dem Euro bedingt. Darüber hinaus trugen die weitere Abschwächung der Werbemärkte sowie in den USA die Geschäftsrückgänge beim Musikclub-Geschäft und im Vertrieb unabhängiger Musiklabel zum Umsatzrückgang bei.



Der Jahresüberschuss vor Fremdanteilen betrug 968 Mio. EURO (Vorjahr: 1,4 Mrd. EURO ). Dabei fielen einerseits Veräußerungsgewinne in Höhe von insgesamt 2,9 Mrd. EURO (Vorjahr: 5,5 Mrd. EURO ) an, die größtenteils aus dem Verkauf von Anteilen an AOL Europe (2,8 Mrd. EURO ) stammten. Andererseits belasteten planmäßige und außerplanmäßige Abschreibungen auf Firmenwerte und firmenwertähnliche Rechte in Höhe von 2,5 Mrd. EURO (Vorjahr: 1,4 Mrd. EURO ) den Jahresüberschuss. Nennenswert ist die Abschreibung auf den Firmenwert des 2002 übernommenen Musikunternehmens Zomba in Höhe von 1,3 Mrd. EURO . Die Erlöse aus dem schrittweisen Verkauf von AOL Europe-Anteilen sind nunmehr vollständig bei Bertelsmann eingegangen.



Im Mai 2003 werden für die Bertelsmann-Genussscheine gemäß Genussschein-Bedingungen erneut 15 Prozent ausgeschüttet.



Der Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann AG, Gunter Thielen, erklärte bei der Bilanzpressekonferenz in Berlin: "Bertelsmann hat seine Kräfte auf die Kerngeschäfte konzentriert, die Verlustquellen reduziert und die Ertragskraft markant gesteigert. Wir haben im laufenden Geschäft deutlich mehr als im Vorjahr verdient und uns in einer schwierigen Wirtschaftslage behauptet. Wir haben Synergiepotenziale ausgeschöpft und mit kreativen Spitzenleistungen unsere Marktpositionen ausgebaut. Für 2003 rechnen wir trotz eines unverändert schwierigen konjunkturellen Umfelds mit einem stabilen Konzernumsatz und weiter steigenden operativen Erträgen."



Weitere Eckwerte



Sondereinflüsse: Die Sondereinflüsse, die im Operating EBITA nicht enthalten sind, sind im Jahresvergleich deutlich verringert worden. Sie betrugen minus 111 Mio. EURO (Vorjahr: minus 927 Mio. EURO und 808 Mio. EURO Internetverluste) und waren 2002 durch Restrukturierungen und Wertberichtigungen vor allem bei der DirectGroup verursacht.



Die Abschreibungen auf Firmenwerte und firmenwertähnliche Rechte beliefen sich 2002 auf 2,5 Mrd. EURO (Vorjahr: 1,4 Mrd. EURO ) und waren vor allem durch eine außer-planmäßige Abschreibung auf den Firmenwert von Zomba (1,3 Mrd. EURO ) geprägt. Der Kauf von Zomba, des bis dahin weltweit größten unabhängigen Musikunternehmens mit Top Acts wie Britney Spears, Nick Carter und Justin Timberlake, basierte auf einer 1991 vereinbarten Put-Option. Der weltweite Rückgang der Musikmärkte machte eine Abschreibung auf den resultierenden Firmenwert notwendig.



Investitionen: Vor allem durch den Erwerb von Zomba für 2,3 Mrd. EURO und den Kauf weiterer 22 Prozent an der RTL Group für 1,5 Mrd. EURO erreichten die Investitionen 2002 einen Wert von 5,3 Mrd. EURO (Vorjahr: 2,6 Mrd. EURO ). Der Preis für Zomba wurde um liquide Mittel von 470 Mio. EURO entlastet, die mit dem Kauf übernommen wurden.



Die Bilanzsumme betrug zum Ende des Geschäftsjahres 22,2 Mrd. EURO und lag damit leicht unter Vorjahr (23,7 Mrd. EURO ), vor allem aufgrund einer Rückführung des Umlaufvermögens und einer Abnahme der liquiden Mittel. Die Eigenkapitalquote betrug 34,9 Prozent (Vorjahr: 35,3 Prozent) und lag damit deutlich über der Bertelsmann-Zielmarke von 25 Prozent.



Die Netto-Finanzschulden (Finanzschulden und Finanzleasing-Verbindlichkeiten saldiert mit liquiden Mitteln) betrugen trotz hoher Investitionen 2,7 Mrd. EURO (Vorjahr: 859 Mio. EURO ). Als langfristige Zielgröße des Unternehmens gilt, dass die Nettofinanzschulden das Anderthalbfache des Cash Flow nicht übersteigen sollen. 2002 betrug dieser Schuldentilgungsfaktor 2,5 Jahre. Bertelsmann will seinen Finanzspielraum vor allem mit dem eingeleiteten Verkauf der Fachverlagsgruppe BertelsmannSpringer erhöhen.



Umsatz nach Regionen: In Deutschland wurden 31,1 Prozent des Gesamtumsatzes erwirtschaftet, in den übrigen europäischen Ländern 35,5 Prozent, in den USA 27,5 Prozent und in sonstigen Ländern 5,9 Prozent. Der Anteil des US-Umsatzes ging bedingt durch die Dollarschwäche aber auch aufgrund des Geschäftsrückgangs beim US-Musikclub und im Vertrieb unabhängiger US-Musiklabel zurück.





Unternehmensbereiche



Europas Nummer Eins in TV, Radio und Fernsehproduktion, die RTL Group, erzielte 2002 einen Umsatz von 4,4 Mrd. EURO (Vorjahr: 4,1 Mrd. EURO ). Mit einem Betrag von

465 Mio. EURO (Vorjahr: 385 Mio. EURO ) konnte das Unternehmen sein Operating EBITA trotz schwacher Werbemärkte deutlich steigern. Vor allem in Deutschland, dem Hauptmarkt der RTL Group, war der Werbemarkt bereits im zweiten Jahr in Folge stark rückläufig. Die RTL Group konnte dies mit international erfolgreichen Formaten, ihrem geschäftlich und regional breitgefächerten Portfolio, Kostenmanagement und einer diversifizierten Umsatzstruktur kompensieren und den Ausbau zusätzlicher Einkommensquellen mit Nachdruck vorantreiben. In wichtigen Märkten wie Deutschland, Frankreich und Großbritannien konnten die TV-Sender der RTL Group ihre Zuschauermarktanteile halten oder vergrößern. In Deutschland gelang es der RTL-Senderfamilie um Marktführer RTL Television zudem, Werbemarktanteile zu gewinnen. Ein besonders gutes Jahr erlebte die Produktionstochter FremantleMedia, die nie zuvor ähnlich viele Programmideen entwickelt und in alle Welt vertrieben hat. Ein internationaler Erfolg gelang FremantleMedia vor allem mit dem TV-Format "Pop Idol", das zum Auftakt in 2001 in Großbritannien großen Erfolg hatte und 2002 unter dem Titel "American Idol" in den USA sowie unter dem Titel "Deutschland sucht den Superstar" in Deutschland Quotenrekorde erzielte.



Der weltweit führenden Buchverlagsgruppe Random House gelang es mit verlegerischen Erfolgen und strengem Kostenmanagement, der weiterhin schwachen Buchkonjunktur zu trotzen und hochgesteckte Ertragsziele zu erreichen. Das Wachstum des Umsatzes wurde durch die Dollarschwäche wieder ausgeglichen, so dass der Umsatz bei 2 Mrd. EURO auf Vorjahresniveau stagnierte. Das Operating EBITA kletterte hingegen auf 168 Mio. EURO (Vorjahr: 33 Mio. EURO ). Random House reduzierte seine Aufwendungen für Administration und operative Abläufe erheblich, ohne die verlegerischen Möglichkeiten seiner weltweit rund 100 Einzelverlage einzuschränken. Die Buchverkäufe konnten nach zwei für die Branche wirtschaftlich schwächeren Jahren insbesondere im englischsprachigen Raum wieder gesteigert werden. Dadurch konnte Random House die Rezession auf dem deutschsprachigen Buchmarkt über-kompensieren. Die Random House Group, zu der Großbritannien, Australien, Asien und Südafrika gehören, zeigte das beste Ergebnis aller regionalen Geschäftsbereiche und erreichte wieder eine Umsatzrendite von zwölf Prozent. In den USA, Groß-britannien und Deutschland platzierte Random House mehr als 300 Titel auf den führenden Bestsellerlisten. Auf den Bestsellerlisten der New York Times gelang Random House mit 182 Titeln im vierten Jahr in Folge der Branchenrekord.



Gruner Jahr, größtes Zeitschriftenhaus Europas, erzielte 2002 einen Umsatz von

2,8 Mrd. EURO (Vorjahr: 3,0 Mrd. EURO ). Der Umsatzrückgang resultiert zum überwiegenden Teil aus dem Verkauf der Berliner Zeitungsaktivitäten, die nur bis zum 30. Juni 2002 in der Bilanz berücksichtigt wurden, sowie aus dem auch in 2002 vor allem in Deutschland rückläufigen Anzeigengeschäft. Das Operating EBITA erreichte 226 Mio. EURO (Vorjahr: 198 Mio. EURO ). Dabei sind 2002 die Internetverluste im Operating EBITA enthalten, während das pro forma errechnete Operating EBITA des Vorjahres um Internetverluste von 88 Mio. EURO bereinigt wurde. Wenn man die Internetverluste 2001 berücksichtigt, hat sich das Operating EBITA von Gruner Jahr im Jahresvergleich somit von 110 Mio. EURO auf 226 Mio. EURO verdoppelt. Gruner Jahr konnte den schwierigen Rahmenbedingungen des Jahres 2002 mit einer Reihe frühzeitig eingeleiteter Gegenmaßnahmen und seinem internationalen Portfolio begegnen. Die Maßnahmen reichten von Innovationen wie dem Launch ambitionierter neuer Magazin-Titel - zum Beispiel "Woman" in Deutschland - bis zu umfangreichen Kosten- und Effizienzmaßnahmen. Der hohe Anteil von Umsätzen außerhalb Deutschlands (mehr als 60 Prozent) konnte den negativen Trend des deutschen Marktes weitgehend auffangen. In den USA verzeichnete Gruner Jahr bei den Anzeigenumsätzen ein Plus von über 13 Prozent.



BMG erlebte nach umfassender Restrukturierung und strategischer Neuausrichtung ein Jahr starker Chart-Präsenz und steigender Marktanteile. Mit einem Operating EBITA von 125 Mio. EURO (Vorjahr: minus 79 Mio. EURO ) schaffte BMG erfolgreich die Rückkehr in die Profitabilität. Der Umsatz ging, bedingt durch die Dollarschwäche und rückläufige Umsätze im US-Vertrieb unabhängiger Labels, auf 2,7 Mrd. EURO (Vorjahr: 3,0 Mrd. EURO ) zurück. Da die eigenen US-Labels aber - kursbereinigt - ihre Umsätze hielten, konnte BMG im weltweit rückläufigen Musikmarkt ihren Marktanteil von rund acht auf knapp zehn Prozent steigern. In den USA verbesserte BMG ihren Marktanteil bei Neuerscheinungen auf über 17 Prozent und wurde dort somit zum zweitgrößten Musik-Major. Dies gelang durch eine Vielzahl erfolgreicher Veröffentlichungen von Stars wie Carlos Santana, Christina Aguilera und Rod Stewart, durch neue Hit-CDs zum 25. Todestag von Elvis Presley sowie durch die Einführung junger, innovativer Künstlerinnen wie P!nk und Avril Lavigne. Insgesamt 22 BMG-Alben wurden 2002 mehr als eine Million Mal verkauft, sieben mehr als im Vorjahr. BMG stärkte ihre Position zudem durch die Übernahmen von Zomba und der ausstehenden 50 Prozent des Joint-Ventures J Records. Die Zomba-Übernahme wird sich ab 2003 auf Umsatz und Ertrag auswirken.



Der Mediendienstleister arvato erzielte 2002 einen Umsatz von 3,7 Mrd. EURO (Vorjahr: 3,5 Mrd. EURO ) und ein Operating EBITA von 217 Mio. EURO (Vorjahr: 167 Mio. EURO ). Die Geschäftsbereiche von arvato hatten sich 2002 mit negativen Konjunktureinflüssen, Insolvenzen von Kunden und Preisdruck auseinander zu setzen. Im Gesamtbild stellte der Unternehmensbereich mit seinen Zuwächsen bei Umsatz und Ertrag aber erneut seine Dynamik unter Beweis. Vor allem der Geschäftsbereich arvato direct services, der rund 35 Millionen Konsumenten in mehr als 20 Sprachen betreut, konnte die Wachs-tumsgeschwindigkeit wieder erhöhen und seine Stellung als einer der größten europäischen Dienstleister für Kundenprogramme und Service-Center festigen. Der Geschäftsbereich Distribution, Teil von arvato logistic services, verzeichnete ein kräftiges Wachstum. Die Druckereien von arvato print waren 2002 gut ausgelastet. Der Druckdienstleister MOHN Media schloss sein bisher größtes Investitionsprogramm von über 75 Millionen Euro ab. In den USA entwickelten sich die Druckereien besser als erwartet. Bei arvato storage media konnten insgesamt sinkende CD-Produktions-mengen durch Steigerungen im DVD-Bereich kompensiert werden. Dem Speicher-medienhersteller Sonopress gelang in den USA der Turnaround. Der Unternehmens-bereich arvato wird seit September 2002 von Hartmut Ostrowski geleitet.



Die DirectGroup, zu der Buchclubs, Musikclubs und eCommerce-Aktivitäten in 20 Ländern gehören, erzielte 2002 einen Umsatz von 2,7 Mrd. EURO (Vorjahr: 3,1 Mrd. EURO ). Der Rückgang ist im wesentlichen auf eine Bereinigung der Mitglieder-Bestände im US-Musikclub, auf den weitgehenden Ausstieg aus dem reinen eCommerce mit Medienprodukten sowie - aufgrund der starken US-Präsenz - auf die Dollarschwäche zurückzuführen. Das Operating EBITA betrug minus 150 Mio. EURO und lag damit unter dem Operating EBITA des Vorjahres von minus 61 Mio. EURO . Dabei sind im Operating EBITA 2002 die Internetverluste enthalten, während das pro forma errechnete Operating EBITA des Vorjahres um Internetverluste von 399 Mio. EURO bereinigt wurde. Unter Berücksichtigung der Internetverluste 2001 hat sich das Operating EBITA folglich um 310 Mio. EURO verbessert. Im August 2002 löste Ewald Walgenbach, vormals Chief Operating Officer von Bertelsmann, Klaus Eierhoff als Leiter der DirectGroup ab. Mit diesem Wechsel fokussierte sich der Unternehmensbereich auf die Club-Geschäfte, bereinigte sein Portfolio und unternahm eine umfassende Restrukturierung. Dazu gehörte vor allem der Rückzug, die Eingliederung oder Umstrukturierung von BOL und CDNOW. Die Mehrzahl der Clubgeschäfte war 2002 wieder operativ profitabel. Von den großen Clubs schafften nur Deutschland und Großbritannien nicht den Weg zurück in die Gewinnzone.



BertelsmannSpringer, international renommierter Anbieter von Wissenschafts- und Fachinformationen, erzielte 2002 einen Umsatz von 731 Mio. EURO (Vorjahr: 748 Mio. EURO ). Der Umsatzrückgang ist hauptsächlich auf die deutlich verschlechterte Anzeigen-konjunktur vor allem im Business-To-Business-Segment zurückzuführen. Das Operating EBITA betrug 71 Mio. EURO (Vorjahr: 59 Mio. EURO ). Der Unternehmensbereich, unter dessen Dach rund 25.000 Buchtitel und 700 Fachzeitschriften erscheinen, wird seit August 2002 von Arnold Bahlmann geleitet und soll im Laufe des ersten Halbjahrs 2003 verkauft werden.





Erläuterungen:



Operating EBITA: Das Operating EBITA ist das Ergebnis vor Finanzergebnis, Steuern und Abschreibungen auf Firmenwerte und firmenwertähnliche Rechte sowie vor Veräußerungsgewinnen bzw. -verlusten und Sondereinflüssen, vor allem Restrukturierungskosten. Internetverluste sind ab 2002 im Operating EBITA enthalten.



Pro-Forma-Zahlen: Nach der Umstellung der Rechnungslegung vom deutschen Handelsrecht (HGB) auf International Financial Reporting Standards (IFRS, vormals IAS) und nach einem eingeschobenen Rumpfgeschäftsjahr in der zweiten Hälfte 2001 legt Bertelsmann erstmals einen Konzernabschluss vor, dessen Berichtsperiode sich mit dem Kalenderjahr deckt. Die Zahlen für 2001 wurden pro forma als Vergleichszahlen erstellt. Bei diesen Zahlen wird ein Konsolidierungskreis zu Grunde gelegt, wie er zum 31. Dezember 2001 bestand, d.h. dass RTL Group und der französische Club France Loisirs für das Kalenderjahr 2001 vollkonsolidiert dargestellt werden.





Umsatz der Unternehmensbereiche



UnternehmensbereichGeschäftsjahr 2002
Deutschland
Mio. EURO
Geschäftsjahr 2002
International
Mio. EURO
Geschäftsjahr 2002
Gesamt
Mio. EURO
Pro forma 2001
Gesamt
Mio. EURO
RTL Group2.1322.2304.3624.054
Random House1431.8521.9952.039
Gruner Jahr1.0391.7612.8002.973
BMG2522.4622.7142.982
arvato1.6292.0393.6683.520
DirectGroup3952.3122.7073.089
Summe Bereiche ohne BertelsmannSpringer5.59012.65618.24618.657
BertelsmannSpringer364367731748
Summe Bereiche5.95413.02318.97719.405
Sonstige46450192
Innenumsatz-309-406-715-618
Außenumsatz5.69112.62118.31218.979






Analyse des Jahresüberschusses



Geschäftsjahr
2002
Mio. EURO
Pro forma
2001
Mio. EURO
Operating EBITA der Bereiche
RTL Group465385
Random House16833
Gruner Jahr226198
BMG125-79
arvato217167
DirectGroup-150-61
Summe Operating EBITA der Bereiche1.051643
BertelsmannSpringer7159
Corporate / Konsolidierung-186-129
Operating EBITA936573
Internetverluste--808
Sondereinflüsse-111-927
Abschreibungen auf Firmenwerte und firmenwertähnliche Rechte
- planmäßig-784-856
- außerplanmäßig-1.668-518
Veräußerungsgewinne2.9185.533
Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern1.2912.997
Finanzergebnis-266-433
Steuern von Einkommen und Ertrag-57-1.186
Jahresüberschuss vor Fremdanteilen9681.378
Anteile anderer Gesellschafter-40-143
Jahresüberschuss nach Fremdanteilen9281.235






Über die Bertelsmann AG



Bertelsmann ist ein Medien- und Entertainment-Unternehmen, das weltweit führende Positionen in den relevanten Märkten einnimmt. Kerngeschäft ist die Erstellung erstklassiger Medieninhalte: Zur Unternehmensgruppe gehören Europas Nummer Eins im Fernseh- und Radiogeschäft, die RTL Group, sowie die weltweit größte Buchverlagsgruppe Random House mit rund 250 Verlagsmarken (Alfred A. Knopf, Bantam, Siedler Verlag, Goldmann). Auch der größte europäische Zeitschriftenverlag Gruner Jahr (stern, GEO, Capital, Femme Actuelle, Family Circle, Parents), das Musikunternehmen BMG mit seinen rund 200 Labels (RCA, Arista, Jive, J Records) und Künstlern wie Alicia Keys, Dido oder Pink sowie die Fachinformationsgruppe BertelsmannSpringer stehen für Kreativität und starke Marken.

In der DirectGroup sind die Endkundengeschäfte von Bertelsmann gebündelt: Buch- und Musikclubs mit mehr als 40 Millionen Mitgliedern weltweit. Die Media Services des Unternehmensbereiches arvato umfassen neben den expandierenden Bereichen arvato logistics services und arvato direct services (Service Center, Distribution, Kundenbindungs-systeme) hochmoderne Druckereien, Speichermedienproduktion und umfassende IT-Dienstleistungen.



Für Rückfragen:

Oliver Herrgesell
Medien- und Wirtschaftsinformation
Tel. 05241 - 80 24 66
oliver.herrgesell@bertelsmann.com





Unsere Informationen im Internet (www.bertelsmann.de):



  • Pressemitteilung und Vortragscharts zur Bilanzpressekonferenz
  • Geschäftsbericht 2002
  • Videomitschnitt der Bilanzpressekonferenz
  • Fotos aller Vorstandsmitglieder unter http://www.bertelsmann.de/news/photos.cfm
  • Lebensläufe aller Vorstandsmitglieder




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Die Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft mbH - Ziele und Aufgaben



Seit Jahrzehnten befasst sich Reinhard Mohn mit seiner gesellschaftlichen Verantwortung

als Unternehmer und insbesondere mit der langfristigen Sicherung der Kontinuität der Bertelsmann AG.



Das Ergebnis ist eine einzigartige Unternehmenskonzeption für das internationale Medienunternehmen Bertelsmann. Diese verbindet heute die durch Mohn und seine Familientradition geprägte Unternehmenskultur mit der Corporate Governance einer großen Aktiengesellschaft.

Leitgedanke von Reinhard Mohn ist, dass große Vermögen einen Leistungsbeitrag für die Gesellschaft erbringen sollen. Er vertritt ferner das Prinzip der Trennung von operativer Unternehmensführung und Kapitalbesitz. Nach seiner Auffassung kann eine Familie nicht über mehrere Generationen hinweg eine kompetente, operative Unternehmensführung gewährleisten. Hingegen kann die Familie in ihrer Rolle als Gesellschafter langfristig die Unternehmenskultur sichern.



Seinen Überzeugungen folgend hat Reinhard Mohn bereits 1993 die Kapitalanteile an der Bertelsmann AG mehrheitlich in die von ihm 1977 gegründete gemeinnützige Bertelsmann Stiftung eingebracht. Seine mit dem Kapital verbundenen Stimmrechte blieben davon unberührt. Zum 1. Juli 1999 hat Reinhard Mohn die von ihm kontrollierten Stimmrechte des Aktienkapitals auf die neugegründete Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft mbH (BVG) übertragen.



Die entscheidende Zielsetzung der BVG ist die Durchsetzung und Weiterentwicklung der Bertelsmann Unternehmenskultur.

Die BVG kontrolliert heute 75 Prozent der Stimmrechte in der Hauptversammlung der Bertelsmann AG. Die restlichen 25 Prozent hält die Groupe Bruxelles Lambert*. Fremd- gesellschafter üben maximal 25 Prozent der Stimmrechte in der Hauptversammlung der Bertelsmann AG aus.



Der BVG gehören acht Personen an. Neben Reinhard Mohn sind Liz Mohn und Brigitte Mohn

die Vertreter der Familie. Liz Mohn ist Sprecherin der Familie. Weitere BVG-Mitglieder sind: der Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann AG, der Aufsichtsratsvorsitzende der Bertelsmann AG, ein weiteres Mitglied des Aufsichtsrates, Christoph Mohn in seiner Funktion als Vorstandsvorsitzender eines Bertelsmann-Beteiligungsunternehmens sowie ein Vertreter der Mitarbeiter der Bertelsmann AG. Es ist sichergestellt, dass nach dem Ausscheiden Reinhard Mohns die Familie durch höchstens drei Mitglieder in der BVG vertreten ist.

Die BVG befasst sich mit allen Fragen, über die die Hauptversammlung der Bertelsmann AG entscheidet. Insbesondere sind dies Satzungsänderungen der Bertelsmann AG, Wahl des Aufsichtsrates sowie die Feststellung des Jahresabschlusses und der Gewinnverwendung. In der Regel entscheidet die BVG mit einfacher Mehrheit. Einige besonders wichtige Entscheidungen, zum Beispiel Satzungsänderungen oder die Aufnahme weiterer Gesellschafter in die Bertelsmann AG, werden mit Dreiviertel-Mehrheit getroffen und bedürfen somit der Zustimmung der Familie Mohn. In diesen Fällen verfügt sie also über eine Sperrminorität.



Die Mitglieder der BVG können keinen Einfluss auf das operative Geschäft der Bertelsmann AG nehmen. Reinhard und Liz Mohn sind dezidiert der Auffassung, dass nur ein professionelles Management das operative Geschäft führen kann.

Die konsequente Trennung von Kapitalbesitz und operativer Unternehmensführung bleibt Garant für den Erfolg von Bertelsmann.



* Zielstruktur in 2005 (nach Rückkauf Anteile ZEIT Stiftung)

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